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    Fußball: Dritte Liga

    Würzburger Kickers wollen in Braunschweig überraschen

    Ob Neuzugang Robert Herrmann (rechts) nach seinem Kickers-Debüt in Kasendorf auch in Braunschweig die linke Außenbahn beackert? Foto: Frank Scheuring

    Wenn Michael Schiele über das Auswärtsspiel der Würzburger Kickers bei Eintracht Braunschweig spricht, scheint vor dem geistigen Auge des Trainers der Würzburger Drittliga-Fußballer bereits ein Film abzulaufen. "Ein geiles Stadion mit einer guten Atmosphäre, da toben alle", sagt Schiele in scheinbar freudiger Erwartung: "Da merkt man gar nicht, dass es da eine Laufbahn gibt. Da herrscht eine Stimmung wie in einem reinen Fußballstadion." Dabei wollen Schiele und sein Team dochnicht zum Staunen nach Niedersachsen fahren. Wenn der Rothosen-Coach über die kommende Auswärtsaufgabe spricht, hat es den Anschein als würde ihm der Schalk im Nacken sitzen. Die Kickers haben etwas ausgeheckt. "Es wird mal wieder Zeit", sagt Schiele darauf angesprochen, dass die Kickers in den bisherigen beiden Auswärtsspielen dieser Saison überhaupt nicht punkten konnten. Der Außenseiter traut sich etwas zu.

    "Eine ausgebuffte Mannschaft"

    Dabei geht es am Samstag doch gegen ein Team, das zu diesem frühen Zeitpunkt der Saison ganz heiß gewettet wird, wenn es um die  Aufstiegsränge geht. In der Rückrunde der Vorsaison hatte die Eintracht nach einer tollen Aufholjagd noch die Rettung vor dem Abstieg geschafft. Im Sommer wurde der Kader aber so verändert, dass die Braunschweiger nicht nur für Kickers-Trainer Schiele sogleich zu den Top-Kandidaten für den Aufstieg zählen. "Eine ausgebuffte, erfahrene Mannschaft", beschreibt der Würzburger Coach den Gegner, bei dem einer der Kickers-Protagonisten der letzten Jahre zuletzt einen Stammplatz auf der Bank hatte: Orhan Ademi, in Würzburg in den vergangenen beiden Drittliga-Spielzeiten im Sturm gesetzt, wechselte im Sommer ablösefrei zurück nach Niedersachsen. Der Schweizer mit mazedonischen Wurzeln hatte einst für die Eintracht sogar in der ersten Liga ein Tor geschossen.

    In der Startelf stand Ademi in dieser Drittliga-Spielzeit noch nicht. Dreimal wurde er eingewechselt, ein Tor gelang ihm beim 2:0-Sieg in Jena. Die Konkurrenz in der Eintracht-Offensive ist groß. Mit Nick Proschwitz (SV Meppen) und Martin Kobylanski (Preußen Münster) hat der deutsche Meister von 1967 schließlich auch noch andere Akteure verpflichtet, die bei ihren bisherigen Klubs prägende Figuren waren. Dass im Sommer dann relativ kurzfristig Trainer Andre Schubert den Verein in Richtung Kiel verließ und der bisherige Assistent Christian Flüthmann übernahm, sorgte auch nicht für allzu große Unruhe. Der  Saisonstart darf nach vier Siegen aus fünf Spielen und dem jüngsten 3:0 in Kaiserslautern durchaus als gelungen bewertet werden.

    Aber auch die Braunschweiger sind zu knacken. Im letzten Heimspiel gab es ein 0:3 gegen Duisburg. un nun wollen also die auswärts noch punktlosen Kickers überraschen. Sieben Gegentore in zwei Liga-Auswärtsspielen geben zwar Anlass zur Sorge. Auch dass es den Kickers beim 4:1-Sieg im Toto-Pokal-Spiel beim oberfränkischen Bezirksligisten SSV Kasendorf wieder nicht schafften den eigenen Kasten sauber zu halten. "Wir werden einige Drangphasen überstehen müssen und brauchen auch das nötige Matchglück", sagt Schiele, er wohl auch damit leben könnte, wenn die Partie wie bei den letzten drei Aufeinandertreffen mit den Braunschweigern wieder remis enden würde.

    Bleibt die Frage, ob Neuzugang Robert Herrmann nach seinem Einsatz im Toto-Pokal auch in der Liga sein Debüt für die Rothosen geben wird. Darauf deutet zumindest einiges hin. "Man hat bei seinen Flankenläufen schon gesehen, was von ihm zu erwarten ist", sagt Schiele über den bis Saisonende von Erzgebirge Aue ausgeliehenen Linksaußen: "Er kann vorne und hinten auf dem Flügel spielen", sagt Schiele und hält sich damit zahlreiche Optionen für seine Aufstellung offen.

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