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    Rudern

    Würzburger Ruder-Nachwuchs holt EM-Gold

    Die WRVB-Ruderinnen Julia (links) und Sophia Wolf (Zweite von rechts) haben mit ihren Manschaftskameradinnen Julia Tertünte (Zweite von links) und Sofe Vardakas (rechts) bei der U-23-EM in Griechenland Gold im Leichtgewichts-Doppelvierer geholt. Foto: DRV, Seyb

    Eine gute Minute lang wussten Patrick Hofmockel und Fabio Kress vom Akademischen Ruderclub Würzburg (ARCW) nicht, ob der Traum von der U-23-EM-Goldmedaille wirklich in Erfüllung gehen würde. Dann, als sie im griechischen Ioannina gerade beim Anlegen waren, kam die erlösende Nachricht für sie und ihre Kameraden Joscha Holl (RC Rheinfelden) und Hendrik Winkel (RV Dorsten): Mit sechs Hundertstelsekunden, etwa gut zehn Zentimetern Vorsprung hatten sie in einer Zeit von 6:03,69 Minuten die Konkurrenten aus Italien (6:03,75) im Leichtgewichts-Doppelvierer geschlagen. Um das endgültig festzustellen, war ein Blick auf das bei der Zielüberquerung geschossene Foto notwendig gewesen. Dritter wurde das Boot aus Tschechien (6:04,84).

    Ebenfalls Gold gab es für die ARCW-Ruderer Fabio Kress (Zweiter von rechts) und Patrick Hofmockel (rechts). Sie ruderten mit ihren Kameraden (von links) Hendrik Winkel und Joscha Holl bei der U-23-EM 2019 in Griechenland auf Platz eins. Foto: DRV, Seyb

    "Das Warten war wirklich eine Qual. Das war schlimmer als der ganze Wettkampf", erklärte Patrick Hofmockel am Montag auf Nachfrage dieser Redaktion. Dabei hatte der deutsche Leichtgewichts-Doppelvierer schon vor und während des Rennens bangen müssen. Noch am Freitag lag Fabio Kress mit Fieber im Bett. Und es war unklar, ob er mit im Boot sitzen würde. Zwar konnte er am Sonntag starten, doch war er immer noch angeschlagen, so dass es am Ende des Rennens noch einmal richtig eng wurde. "Wir lagen von Beginn an vorn, aber auf den letzten 300 Metern hat Italien noch einmal stark aufgeholt. Da war bei uns fast die Luft raus, aber zum Glück hat es noch gereicht", sagte Hofmockel nach der Landung am Berliner Flughafen. Von dort ging es für ihn und Kress direkt nach Würzburg, wo am Abend noch mit den Kollegen des ARCW gefeiert wurde.

    Party in Griechenland und Würzburg

    Noch in Griechenland hatten die beiden jungen Ruderer mit Julia und Sophia Wolf anstoßen können. Die Schwestern, die für den Würzburger Ruderverein Bayern (WRVB) starten, hatten gemeinsam mit Julia Tertünte (RV Münster) und Sofie Verdakas (RU Arkona Berlin) ebenfalls Gold holen können – auch im Leichtgewichts-Doppelvierer. Damit verteidigten sie ihren Titel aus dem Vorjahr, wo sie im weißrussischen Brest mit Nina Öhlckers aus Karlsruhe und Eva-Lotta Nebelsieck aus Hamburg auf Platz eins gerudert waren. In Griechenland erreichten sie das Ziel in 6:49,87 Minuten mit deutlichem Vorsprung vor Griechenland (6:55,27) und Italien (7:03,74).

    "Vom Start sind wir sehr gut weggekommen. Über unseren dynamischen Streckenschlag konnten wir uns über die Strecke hinweg Meter für Meter absetzen", berichtete Julia Wolf auf Nachfrage. Zwar hätten vor allem die Griechinnen versucht, bei der 1000-Meter-Marke noch einmal aufzuholen, "doch wir konnten sehr gut dagegenhalten und haben uns noch mehr Vorsprung verschafft". Durch einen kontrollierten Endspurt auf den letzten 250 Metern fuhren die deutschen Frauen ihren Sieg ins Ziel. "Nach Gold im vergangenen Jahr haben wir schon etwas mit der Titelverteidigung geliebäugelt, aber sicher kann man sich natürlich nie sein", sagte Julia Wolf, die nach ihrem Triumph noch ein paar Tage mit ihrer Schwester in Griechenland blieb.

    Siegfried Kaidel gratuliert

    „Meine Gratulation gilt der gesamten Mannschaft, besonders aber den Medaillengewinnerinnen und -gewinnern. Solche Meisterschaften sind für die Entwicklung der Aktiven wichtig, denn sie sind eine Standortbestimmung und Motivation für das weitere Training“, sagte der aus Schweinfurt stammende Vorsitzende des Deutschen Ruderverbandes, Siegfried Kaidel.

    Im kommenden Jahr haben die deutschen Athleten ein Heimspiel. Dann wird die Regatta am 5. und 6. September in Duisburg auf der Wedau stattfinden.

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