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    München

    Aufruf zur Groß-Demo: Für Europa Flagge zeigen

    50 Organisationen und Verbände wollen in München kurz vor der Europawahl ein Zeichen gegen aufkommenden Nationalismus setzen. Die Initiative läuft nicht nur in München.
    Für ein demokratisches, friedliches und solidarisches Europa und gegen wachsenden Nationalismus sollen am 19. Mai Demonstranten in München und anderen Städten auf die Straße gehen.
    Für ein demokratisches, friedliches und solidarisches Europa und gegen wachsenden Nationalismus sollen am 19. Mai Demonstranten in München und anderen Städten auf die Straße gehen. Foto: Daniel Schäfer, dpa

    Ein breites Bündnis aus mehr als 50 Organisationen und Verbänden will am 19. Mai mit einer Großdemonstration in München unter dem Titel "Ein Europa für Alle - Deine Stimme gegen Nationalismus"für ein "demokratisches, friedliches, nachhaltiges und solidarisches Europa" eintreten. Die Veranstaltung kurz vor der Europawahl am 26. Mai gehört zu einer europaweiten Aktion, die in sieben deutschen und mehr als einem Dutzend europäischen Städten zehntausende Menschen auf die Straße bringen will.

    "Wir wollen ein starkes Zeichen setzen gegen den aufkommenden Nationalismus", erklärt Simon Strohmenger vom Verein "Mehr Demokratie", der Sprecher des Münchner Bündnisses. Hauptziel sei, möglichst viele Wahlberechtigte in Bayern dazu zu bringen, am 26. Mai "mit ihrer Stimme Europa eine Zukunft zu geben".

    Die Münchner Demonstration wird dabei von einem breiten Bündnis unterstützt, das von der Arbeiterwohlfahrt über die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) und Umweltverbände bis zum Bayerischen Flüchtlingsrat reicht. Politisch wird die Demo unter anderem von der Bayern-SPD, den Grünen und der Linkspartei unterstützt.

    Auch Münchner Kulturinstitutionen wollen ein Zeichen setzen

    Am Rande der Demonstration in doppelten Wortsinn Flagge zeigen wollen zudem mehrere renommierte Münchner Kultureinrichtungen wie die Staatsoper, die Kammerspiele oder das Haus der Kunst: In einer Kunstinstallation sollen etwa am Königsplatz, am Odeonsplatz oder an der Staatsoper goldene Rettungsdeckenfolien an Fahnenmasten gehisst werden. An gerade auch während der Zeit des Nationalsozialismus geschichtsträchtigen Münchner Orten soll damit ein Zeichen für Menschenrechte, Freizügigkeit und die Freiheit der Kunst gesetzt werden, erklärt Christian Schnurer von der Kulturinitiative "Die Vielen".

    Es gehe den Kulturschaffende zudem um "eine Solidarisierung gegen rechte Propaganda und gegen deren Einflussnahme in den Kulturbetrieb" in vielen Ländern Europas: "Vielleicht waren wir Künstler in den letzten Jahren hier zu leise", sagt Schnurer. Deshalb solle es zur Münchner Europa-Demo nun auch "Futter für die Augen" geben.

    Die Organisatoren der Demonstration hoffen allein in München auf mehrere zehntausend Teilnehmer. "Denn wir brauchen ein starkes und soziales Europa, kein Europa des Egoismus", fordert Erna-Kathrin Groll, Landesvorsitzende der KAB-Bayern: "Nur so kann der Europa-Vergessenheit der Nationalisten entgegengewirkt werden."

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