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    München / Würzburg

    Erbpacht-Lösung für Streit um Würzburger Uni-Klinik?

    Im Erweiterungsgelände Nord (ganz oben) sollen neue Klinik-Gebäude entstehen. Doch ein Grundstück-Streit zwischen Freistaat und Juliusspital gefährdet das Milliarden-Projekt. Foto: Thomas Obermeier

    Das Juliusspital hat offenbar ein neues Angebot vorgelegt, das eine langfristige Erbpacht-Lösung für den Grundstück-Streit mit dem Freistaat in Sachen Erweiterung der Uni-Klinik Würzburgvorschlägt. Der dabei geforderte jährliche Erbpacht-Zins sei allerdings so hoch, dass auch dieser Vorschlag den Konflikt wohl nicht lösen könne, hieß es im Landtag. In der Staatsregierung liebäugelt man stattdessen weiter mit einer juristischen Lösung. Kritiker wie der unterfränkische SPD-Abgeordnete Volkmar Halbleib warnen allerdings, dass eine gerichtliche Auseinandersetzung das Milliarden-Projekt um Jahre verzögernkönnte.

    Planungskosten stehen bereits im Staatshaushalt

    Auf dem "Erweiterungsgelände Nord" im Würzburger Stadtteil Grombühl sollen unter anderem eine neue Kopfklinik und ein Mutter-Kind-Zentrum entstehen. Der Freistaat pocht auf ein vertraglich fixiertes Vorkaufsrecht zu einem sehr günstigen Preis– den das Juliusspital als Grundeigentümer aber nicht akzeptieren will. Offen ist zudem, ob zumindest der Planungsauftrag noch vor einer Einigung in der Grundstücksfrage erteilt werden kann. Das Geld für die Planungskosten steht laut Halbleib bereits im neuen Doppelhaushalt. "Wir werden zeitnah mit allen Beteiligten weitere Gespräche führen", kündigte der unterfränkische CSU-Bezirkschef Gerhard Eck an. Er hoffe weiter auf eine einvernehmliche Lösung.

    Der Landtag macht derweil weiter Druck auf Freistaat und Juliusspital: Die einflussreichen Haushaltspolitiker schlossen sich nun der Forderung des Wissenschaftsausschusses nach einem zeitnahen Bericht der Staatsregierung über die Gründe für die seit Monaten stockenden Verhandlungen an. Auch der Haushaltsausschuss wolle direkt informiert werden, sagte Ausschuss-Chef Josef Zellmeier (CSU). Alle Fraktionen außer der AfD stimmten zu. Den Berichtsantrag hatte ursprünglich SPD-Mann Halbleib eingebracht.

    Immerhin auf dem Uni-Klinik Stammgelände wird gebaut

    Unterdessen konkretisieren sich immerhin auf dem Stammgelände der Universitätsklinik zwei weitere Neubaumaßnahmen: Der Landtag gab grünes Licht für die Erschließung der Baugrundstücke für eine neue Klinik für Strahlentherapie sowie für das neue Helmholtz-Institut für RNA-basierte Infektionsforschung (HIRI). 9,1 Millionen Euro wurden für verschiedene Maßnahmen freigegeben.

    Zum Gesamtprojekt „Erschließung Stammgelände“ gehört die Baufeld-Freimachung für die Strahlentherapie und für HIRI sowie eine neue Trafostation. Um Platz zu machen für das HIRI, wird das seit Umzug ins ZOM leerstehende Gebäude der alten Urologie abgerissen. Die Gebäude der Kinderklinik bleiben bis zum Neubau des Mutter-Kind-Zentrums auf dem Erweiterungsgelände in gewohnter Form in Betrieb. 

    Über die Mittelfreigabe durch den Landtag freut sich auch der CSU-Abgeordnete Steffen Vogel aus Theres (Lkr. Haßberge): "Das ist eine gute Nachricht, weil es zeigt, dass der Freistaat die medizinische Versorgung in Würzburg und Unterfranken im Blick hat.

    (Anm. d. Red.): In einer früheren Version dieses Beitrags war der falsche Eindruck entstanden, die Uni-Kinderklinik stünde schon jetzt vor dem Abriss. Dieser kann erst zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen.)

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