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    ICE-Schnellstrecke: Bahn verdoppelt Passagierzahl

    Ein ICE-Sonderzug fährt am 8. Dezember 2017 bei Erfurt über die ICE-Neubaustrecke München - Berlin. Foto: dpa

    Allen technischen Startschwierigkeiten zum Trotz bejubelt die Bahn auf der neuen ICE-Schnelltrasse zwischen Berlin und München einen Passagierrekord. „In den ersten vier Wochen waren mehr als doppelt so viele Fahrgäste zwischen Berlin und München in unseren Zügen als im Vorjahreszeitraum“, zitierte die „Süddeutsche Zeitung“ den Personenverkehrsvorstand der Bahn, Bertold Huber.

    Als Sondereffekt könnte der Bahn dabei auch die Insolvenz der Fluggesellschaft Air Berlin und die damit zusammenhängende Verknappung und Verteuerung von Flugtickets in die Karten gespielt haben. Mit geschäftsmäßiger Gelassenheit allerdings reagierte am Dienstag die Nürnberger Flughafengesellschaft auf die Erfolgsmeldung der Bahn. „Es ist nicht auszuschließen, dass wir viele Kunden an die Bahn verlieren“, sagte ein Flughafensprecher. Aussagekräftige Zahlen erwarte er sich von der internen Marktforschungsabteilung erst in den kommenden Monaten.

    Nürnberg-Berlin und retour kostet bei Eurowings 80 Euro

    211 700 Passagiere sind im vergangenen Jahr von Nürnberg nach Berlin-Tegel geflogen. Nach der Insolvenz von Air Berlin bedient derzeit nur noch die Lufthansa-Tochter Eurowings die Strecke zwischen Nürnberg und Berlin. Für Hin- und Rückflug berechnet Eurowings derzeit rund 80 Euro. Im Vergleich dazu kostet die einfache Zugfahrt von Nürnberg nach Berlin rund 120 Euro. „Allerdings haben viele unserer Kunden eine Bahncard und fahren so deutlich günstiger“, sagte ein Sprecher der Bahn. Die jetzt veröffentlichten Wachstumszahlen führt er in erster Linie auf „die deutlich reduzierte Fahrzeit“ zurück. Vor Eröffnung der neuen Trasse waren Bahnreisende rund sechs Stunden zwischen München und Berlin unterwegs. Heute bewältigen die ICE-Sprinter dieselbe Strecke in unter vier Stunden.

    Als weitere Faktoren im Entscheidungsprozess der Kunden nennt der Sprecher den Ticketpreis, den Komfort und zunehmend auch ökologische Beweggründe. „Unsere Züge auf der neuen Trasse werden mit Ökostrom betrieben und sind deshalb komplett emissionsfrei.“

    Nach mehr als 20 Jahren Bauzeit wurde die rund zehn Milliarden teure ICE-Schnellbahnstrecke am 8. Dezember in Betrieb genommen.

    Von unserem Mitarbeiter Christoph Hägele

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