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    WÜRZBURG

    Landtagswahl: Vier Unterfranken hören auf

    Barbara Stamm ist die dienstälteste Landtagsabgeordnete aus Unterfranken. Diesmal aber könnte es für die CSU-Politikerin... Foto: Dita Vollmond

    Schafft die CSU erneut die absolute Mehrheit im Landtag? Werden die Grünen zweitstärkste Partei in Bayern? Zieht die AfD zweistellig ins Parlament ein? Der Landtagswahlkampf verspricht Spannung. Zehn Wochen vor dem Urnengang am 14. Oktober haben die Parteien längst ihre Kandidaten nominiert. Wie viele Bewerber und Listen letztlich auf den Stimmzetteln stehen, entscheiden die Wahlkreisausschüsse auf Regierungsbezirksebene bis Mitte August. Neue und sehr kleine Parteien müssen bayernweit knapp 8300 Unterstützer-Unterschriften vorlegen, exakt 1024 in Unterfranken.

    Statt 20 künftig nur 19 Abgeordnete

    Derzeit vertreten 20 Abgeordnete Unterfranken im Maximilianeum, künftig werden es, weil die Bevölkerung zurückgeht, nur noch 19 sein – solange es keine Überhang- und Ausgleichsmandate gibt. Vier Abgeordnete stehen nicht mehr zur Wahl: CSU-Haushaltsexperte Peter Winter (64, Stimmkreis Aschaffenburg-Ost), CSU-Umweltpolitiker Otto Hünnerkopf (67, Kitzingen), der frühere Grünen-Fraktionschef Thomas Mütze (52, Aschaffenburg-West) und der heute fraktionslose, frühere Freie-Wähler-Abgeordnete Günther Felbinger (56, Main-Spessart). Winter, Hünnerkopf und Mütze saßen seit 2003 im Landtag, Felbinger seit 2008.

    Was wird aus Barbara Stamm?

    Beobachter erwarten, dass die CSU wieder alle zehn Direktmandate in Unterfranken gewinnt. Bislang stellte sie darüber hinaus zwei Sitze über die Liste. Für letztere dürfte es angesichts der jüngsten Umfragen diesmal aber eng werden. Leidtragende könnte ausgerechnet Landtagspräsidentin Barbara Stamm (73, Würzburg) sein, die seit 1976 regelmäßig auch ohne eigenen Stimmkreis nach München gewählt wurde. Für Judith Gerlach (32, Aschaffenburg), vor fünf Jahren ebenfalls über die CSU-Liste in den Landtag eingezogen, sieht es besser aus. Sie löst Peter Winter als Stimmkreis-Kandidatin in Aschaffenburg-Ost ab. Weitere aussichtsreiche Stimmkreis-Kandidaten bei der CSU sind die amtierenden Abgeordneten Winfried Bausback (52, Aschaffenburg-West), Gerhard Eck (58, Schweinfurt), Oliver Jörg (46, Würzburg), Manfred Ländner (59, Würzburg-Land), Sandro Kirchner (43, Bad Kissingen), Steffen Vogel (44, Haßberge), Thorsten Schwab (42, Main-Spessart) und Berthold Rüth (60, Miltenberg) sowie als Neuling Barbara Becker (49, Kitzingen).

    Schlechte Aussichten für die SPD

    Die SPD schickt auf den Spitzenplätzen der Liste ihre vier aktuellen Abgeordneten Volkmar Halbleib (54, Würzburg-Land), Martina Fehlner (58, Aschaffenburg), Georg Rosenthal (71, Würzburg) und Kathi Petersen (62, Schweinfurt) ins Rennen. Nicht unwahrscheinlich aber, dass die Sozialdemokraten auch in Unterfranken Federn lassen – und Sitze abgeben müssen.

    Das liegt nicht zuletzt an den Grünen, die gute Aussichten haben, ihre Position mit derzeit zwei Mandaten auszubauen. Kerstin Celina (50, Würzburg-Land) hat beste Chancen, Abgeordnete zu bleiben. Gute Aussichten, einen Sitz zu erringen, hat Patrick Friedl (48, Würzburg-Stadt), dahinter rangeln junge Kandidaten wie Gregor Münch (27, Main-Spessart) um Platz drei.

    Neue Namen bei den Freien Wählern?

    Offen ist die Situation bei den Freien Wählern (FW), die 2013 zwei Abgeordnete aus Unterfranken stellen konnten. Nach dem Aus für Felbinger wegen der Verurteilung wegen Betrugs muss auch Hans Jürgen Fahn (66, Aschaffenburg-West) um seinen Landtagssitz bangen. Die Parteifreunde haben ihn lediglich für Listenplatz sechs nominiert. Fahn könnte allerdings aufgrund seines Bekanntheitsgrades vorgewählt werden. Stärkste Konkurrenten sind der Bad Neustädter Richter Gerald Pittner (58, Haßberge), Arnsteins Bürgermeisterin Anna Stolz (35, Main-Spessart), FW-Landesvize Manfred Dülk (65, Würzburg-Land) und die einstige CSU-Hoffnungsträgerin Ulrike Schneider (51, Schweinfurt).

    AfD von null auf zwei Mandate?

    Aus dem Stand heraus könnte die AfD, die bisher nicht im Landtag vertreten ist, auch in Unterfranken zwei Mandate gewinnen. Favoriten sind der Bezirksvorsitzende Christian Klingen (53, Kitzingen) und Stadtrat Richard Graupner (55, Schweinfurt).

    Schon mit einem Sitz zufrieden wäre der FDP-Bezirksverband. Finanzfachmann Helmut Kaltenhauser (57, Aschaffenburg), hat die besten Chancen. Daneben zieht möglicherweise der Name Karl von Stauffenberg (47, Haßberge). Der Liberale, der in Irmelshausen (Lkr. Rhön-Grabfeld) lebt, ist ein Enkel des Hitler-Attentäters Claus Schenk von Stauffenberg.

    Die Liste der unterfränkischen Linken führt Robert Striesow (31, Schweinfurt) an. Aktuell liegt die Partei bayernweit unter fünf Prozent, die Aussichten auf Mandate sind nicht so gut.

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