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    Würzburg / München

    Münchner Elite-Unis sehen Konkurrenz aus Franken skeptisch

    Spitzenforschung – hier im Physikalischen Institut – findet auch an der Universität Würzburg statt. Ministerpräsident Markus Söder will deshalb nun auch eine Elite-Hochschule in Franken. Die Präsidenten der beiden Münchner "Exzellenz-Universitäten" sehen diesen Plan jedoch mit Skepsis. Foto: Johannes Kiefer

    Die Präsidenten der beiden Münchner Universitäten sehen die Pläne von Ministerpräsident Markus Söder (CSU) skeptisch, neben ihren Häusern zumindest eine weitere Hochschule in Bayern in den Status einer speziell geförderten "Exzellenz-Universität" zu bringen. Als einer der aussichtsreichsten Kandidaten gilt die Julius-Maximilians-Universität Würzburg.

    Eine dritte Exzellenz-Uni sei zwar politisch ein "schönes Ziel", sagte Professor Bernd Huber, Präsident der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) am Rande eines Festakts im Wissenschaftsministerium. Der Freistaat dürfe dabei aber nicht aus den Augen verlieren, "die Münchner Universitäten weiter wettbewerbsfähig zu halten".

    Freistaat soll Elite-Status in München "konsolidieren"

    "Man  darf sich in Bayern nicht nur darauf konzentrieren, eine neue Exzellenz-Universität zu kriegen. Man muss den Erfolg in München konsolidieren", fordert auch Professor Wolfgang Herrmann, der scheidende Präsident der Technischen Universität München (TUM). Er werde sich jedenfalls "nicht entschuldigen, dass man in München erfolgreich ist".

    Beide Uni-Präsidenten zeigten sich zwar offen, weitere Kooperationen mit anderen bayerischen Hochschulen im Bereich des Spitzenforschung einzugehen. "Wir können kooperieren, wo man sich gut ergänzt", erklärte Herrmann. Mit zwei auf diese Weise erzielbaren "Exzellenz-Clustern" kann eine Hochschule die erste Hürde im Elite-Wettbewerb nehmen – Würzburg hatte diesmal nur ein solches Spitzen-Projekt. Den Weg zum lukrativen Exzellenz-Status selbst müsse dann aber "jede Universität erst einmal selber schultern", findet LMU-Chef Huber.

    Weltweiter Wettbewerb in der Spitzen-Forschung wird härter 

    Der echte Spitzen-Wettbewerb in der Forschung finde ohnehin nicht mehr zwischen Hochschulen in Deutschland, sondern weltweit statt, warnte Herrmann: "Und dieser Wettbewerb verstärkt sich massiv." Auch die Münchner Unis müssten deshalb weiter gewaltige Anstrengungen unternehmen können, um ihren Spitzenplatz zu verteidigen.

    Erst vergangene Woche hatte Söder angekündigt, mehr bayerische Unis mit einem Milliarden-Förderprogramm in den Exzellenz-Status führen zu wollen. Beim jüngsten Wettbewerb wurden deutschlandweit zehn Hochschulen und ein Hochschulverbund zu Exzellenz-Universitäten. Die nächste Auswahlrunde findet im Jahr 2026 statt. Der Ehrgeiz der Söder-Regierung für eine dritte Elite-Uni in Bayern sei "in jedem Fall da", bekräftigte Wissenschaftsminister Bernd Sibler (CSU). Der Exzellenz-Titel sei aber nicht der einzige Qualitätsmaßstab für Hochschulen in Bayern.

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