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    MÜNCHEN

    Petition gegründet: Mutter fühlt sich von Rettungsdiensten gestört

    Eine Petition in München erhitzt derzeit die Gemüter: Eine Mutter fordert, dass Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienste ihr Martinshorn nicht mehr so oft anschalten. Die Frau mit zehn Monate altem Baby fühlt sich durch den davon ausgehenden Lärm gestört und wirft den Einsatzfahrern mangelnde Rücksichtnahme vor. Im Netz sorgt die bizarre Forderung für heftige Reaktionen.

    "Die Stadt München wird immer lauter!  Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienste tragen durch ihren permanenten und mit Einschränkungen unsachgemäßen Einsatz des Martinshornes in erheblichem Maße zu dieser Lärmentwicklung und -verstärkung bei", schreibt die Mutter in ihrem Petitions-Text auf openpetition.de. Eigentlich sei der Staddteil Lerchenau sehr ruhig, doch täglich wache ihr Baby aufgrund des "inflationären Gebrauchs des Martinshornes" auf.

    Die Frau glaubt, dass der Einsatz des Martinshorns vermehrt "ohne Sinn Anwendung findet", denn Blaulicht reiche doch auch, wenn etwa gerade keine Menschen oder Autos auf der Straße zu sehen seien.

    Kaum Unterstützer für Petition

    Zustimmung für ihr Anliegen erhält die Frau allerdings kaum. Gerade mal 51 Unterstützer haben ihre Online-Petition bislang unterzeichnet (Stand: 1. Oktober 2018, 15 Uhr). Nur wenige Pro-Kommentare finden sich unter der Petition, ganz im Gegensatz zu den ablehnenden: "Medizinsche Notfälle können sich genauso wenig an Ruhezeiten halten, wie auf dem Land Bauern denen die Ernte kaputt geht, wenn diese nicht Nachts vor dem Gewitter noch schnell die Ernte einholen. Das stört vielleicht den ein oder anderen, aber man muss eben damit klar kommen", schreibt etwa ein Kommentator. Viele argumentieren ähnlich und werfen der Petitions-Erstellerin Egoismus vor.

    Gegenüber dem Bayerischen Rundfunk hat sich auch ein Rettungsdienst-Fahrer klar gegen die Petition ausgesprochen: "Wir arbeiten für das Wohl des Bürgers und nicht, weil wir es toll finden, mit Martinshorn und Blaulicht nachts durch die Stadt zu fahren", sagt Christian Strohschein, der beim Bayerischen Roten Kreuz Aschaffenburg arbeitet.

    Wie gefährlich aber Einsatzfahrten trotz des lauten Martinshorn sind, hat am Wochenende erst ein tragischer Unfall gezeigt. Bei der Kollision eines Notarztwagens mit einem Taxi ist in Bonn eine 26 Jahre alte Fußgängerin tödlich verletzt worden. Man mag sich kaum vorstellen, wie häufig solche Unfälle vorkommen könnten, wenn das akustische Warnsignal weniger eingesetzt werden würde.

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