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    MÜNCHEN

    Söder will Begrüßungskreuze in Behörden

    Söder hängt Kreuz auf
    Der Ministerpräsident hängt im Eingangsbereich der bayerischen Staatskanzlei ein Kreuz auf. Foto: Peter Kneffel

    In allen Behörden der bayerischen Staatsverwaltung werden künftig Kreuze im Eingangsbereich hängen. Doch diese sollen kein religiöses Symbol des Christentums sein, sondern laut Ministerpräsident Markus Söder (CSU) ein „Bekenntnis zur Identität“ und zur „kulturellen Prägung“ Bayerns. „Das Kreuz ist nicht ein Zeichen einer Religion“, sagte er am Dienstag nach der Kabinettssitzung. „Das ist kein Verstoß gegen das Neutralitätsgebot.“ Das Kabinett beschloss die Verordnung für die neue Vorschrift, die ab dem 1. Juni gilt.

    Das Kreuz, das Söder anschließend in der Eingangshalle der Münchner Staatskanzlei anbrachte, hat aber durchaus religiösen Hintergrund: Es hing bis 2008 im Kabinettssaal, war ein Geschenk des früheren Münchner Kardinals Friedrich Wetter und wurde nach Söders Worten auch von diesem geweiht.

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    Die Verordnung gilt ausschließlich für die Ämter des Freistaats, nicht für die Behörden der Kommunen und des Bundes in Bayern. Über diese hat die Staatsregierung keine Verfügungsgewalt. Bisher schrieb die Staatsregierung Kreuze nur für die Klassenzimmer der bayerischen Schulen und die Gerichtssäle vor. Kreuze hängen zwar auch in manchen anderen bayerischen Behörden, bislang aber in Eigenregie.

    Die Staatsregierung hat den Weg für die Begrenzung der Amtszeit der bayerischen Ministerpräsidenten auf zehn Jahre geebnet. „Wir setzen damit ein fundamentales Signal für mehr Demokratie, für Begrenzung von Macht“, sagte Söder nach der Kabinettssitzung. Söder hofft auf Vorbildwirkung für die restliche Republik: „Das soll auch ein Signal nach Deutschland hinein sein“. Der Gesetzentwurf sieht einen Volksentscheid für den Tag der Landtagswahl am 14. Oktober vor und muss vorher noch mit Zwei-Drittel-Mehrheit im Landtag verabschiedet werden.

    Sitzung Kabinett
    Ministerpräsident Markus Söder (CSU) steht im Eingangsbereich der bayerischen Staatskanzlei in München neben einem Kreuz, das er kurz zuvor aufgehängt hat. Foto: Peter Kneffel, dpa

    Rekordhalter sind Alfons Goppel, der Bayern sechzehn Jahre lang von 1962 bis 1978 regierte, und Söders politischer Ziehvater Edmund Stoiber, der es von 1993 bis 2007 auf vierzehn Jahre brachte. Söder scheint sich seiner Zukunft sicher zu sein. Er will mehrere Monate vor der Landtagswahl 2028 im ersten Quartal aufhören. Zukunftspläne für die Zeit danach hat er nach eigenem Bekunden noch nicht.

    lby

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