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    MÜNCHEN

    Söder will mehr Dialekt in der Schule

    Dialekt macht intelligenter, findet Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU): „Das sieht man an der Bayerischen Staatsregierung jeden Tag“, scherzte der Regierungschef nach einer Kabinettssitzung zum Thema Schule in München.

    Ab sofort will die Söder-Regierung deshalb die Beschäftigung mit den Dialekten im Schulunterricht stärken: So schreibt etwa der neue „Lehrplan Plus“ für Realschulen und Gymnasien ab diesem Schuljahr für die achten Klassen eine verbindliche Beschäftigung mit der Mundart vor. Auch die mit dem neuen Lehrplan erstellten neuen Schulbücher sollen sich „künftig noch mehr dem Dialekt und der regionalen Kultur widmen“, beteuert die CSU-Regierung: „Ziel ist, bei Lehrern und Schülern das Bewusstsein für die bayerischen Mundarten und regionale Kultur zu schärfen und sie für ihren Wert zu sensibilisieren.“ Schließlich sei Mundart mehr, als eine Sprachfärbung, findet Kultusminister Bernd Sibler (CSU): „Dialekt hat etwas mit Identität, Heimat, Geborgenheit zu tun.“

    Mehr Hortplätze für Grundschüler

    „Noch nie ging ein neues Schuljahr so unaufgeregt los, wie in diesem Jahr“, findet Söder gar. Um die Ruhe an den Schulen zu erhalten, kündigte der Ministerpräsident weitere Investitionen in die Bildung an: So soll etwa das Angebot an Hortplätzen für Grundschüler kräftig wachsen: 10 000 neue Plätze sollen bis 2020 mit deutlich ausgeweiteter Unterstützung des Freistaats finanziert werden. Die Kommunen könnten aber schon jetzt bei Bedarf mit dem Ausbau beginnen, so Söder. Derzeit werden rund 55 Prozent der Grundschüler mit verschiedenen Angeboten nach dem Unterricht betreut – eine Quote, die nach Ansicht von Sozialministerin Kerstin Schreyer (CSU) weiter steigen wird: Was die Deckung dieser Nachfrage betreffe, sei Bayern aber „auf einem guten Weg“.

    Kein Rütteln am Beamten-Status

    Weiter aufgestockt werden soll auch die Zahl der Lehrer in Bayern. Über alle Schularten seien für das neue Schuljahr bereits 850 zusätzliche Lehrer eingestellt worden, berichtete Schulminister Sibler: „Und anders, als andere Bundesländer, besetzen wir alle Planstellen mit qualifizierten Pädagogen.“ Damit dies so bleibe, werde in Bayern auch nicht an deren Beamten-Status gerüttelt, versprach Söder: „Darauf können sich die bayerischen Lehrer verlassen.“

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