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    MÜNCHEN

    Söder will nicht mehr von „Asyltourismus“ sprechen

    Markus Söder (CSU) will künftig auf den umstrittenen Begriff „Asyltourismus“ verzichten. Wörtlich sagte der Ministerpräsident am Mittwochabend im Landtag: „Für mich persönlich gilt: Ich werde das Wort Asyltourismus nicht wieder verwenden, wenn es jemanden verletzt.“ Diese Entscheidung sei unabhängig von seiner persönlichen Wertung, wichtiger sei aber, dass Wortdebatten sinnvolle Sachfragen nicht verhindern dürften.

    Über die Wortwahl Söders war zuletzt viel diskutiert worden. Söder hatte den Begriff benutzt, um darauf hinzuweisen, dass es Asylbewerber gibt, die nach Deutschland einreisen wollen, obwohl sie bereits in einem anderen EU-Land vor Verfolgung sicher sind. Die SPD hatte Söder wegen der Wortwahl sogar mit einer Klage gedroht. FDP-Chef Christian Lindner warf ihm vor, er bediene sich der „politischen Gossensprache“.

    Im Gespräch mit dieser Redaktion vor einer Woche hatte sich der CSU-Politiker noch nicht von dem Ausdruck distanzieren wollen. „Sagen Sie mir einen verständlicheren Begriff“, konterte Söder da auf die Frage, ob er mit seiner Wortwahl nicht das Geschäft der AfD betreibe. „Intellektuelle Diskussionen über Begrifflichkeiten“ würden nicht helfen, die bayerische Bevölkerung erwarte vielmehr, dass die Politik in der Sache diskutiert und Probleme löst, so der Ministerpräsident damals.

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