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    MÜNCHEN / BERGRHEINFELD

    Stromtrassengegner machen Druck auf Aiwanger

    Stromtrassengegner machen Druck auf Aiwanger
    Stromtrassengegner (Symbolfoto). Foto: dpa

    Stromtrassengegner vor allem aus Franken haben auf einer Demonstration vor der Münchner Staatskanzlei Druck auf die Freien Wähler gemacht: Auch in einer Koalition mit der CSU müsse die Partei auf einem Baustopp für neue Stromleitungen in Bayern bestehen. „Ich hoffe, dass die Freien Wähler einhalten, was sie im Wahlkampf zugesagt haben“, sagte dort etwa Norbert Heusemann aus Bergrheinfeld (Lkr. Schweinfurt). FW-Chef Hubert Aiwanger habe sich stets klar gegen neue Leitungen positioniert: „Wir wären sehr enttäuscht, wenn er hier nachgibt“, so Heusemann.

    Aiwanger war bei dem Thema zuletzt jedoch zurückgerudert. Man könne nur machen, „was machbar ist“, sagte er zum Beispiel vergangene Woche mit Blick auf die Bundeszuständigkeit für den Netzausbau. Und: „Wir können hier nicht völlig den Stock in die Speichen halten. Wenn wir es könnten, würden wir es tun.“

    Windräder statt Stromtrassen?

    „Wir erwarten zumindest, dass Bayern in Berlin gegen die Stromtrassen mobil macht“, forderte Georg Stumpf aus Leinburg bei Nürnberg auf der Kundgebung. Die Demonstranten verlangten zudem, dass die strikte 10-H-Abstandsregel für Windräder in Bayern abgeschafft wird. Mit dieser Vorschrift, die für ein Windrad einen Abstand seiner zehnfachen Höhe von der nächsten Wohnbebauung vorsieht, ist der Windkraftausbau fast zum Erliegen gekommen. „Wenn da nix passiert, werden wir Aiwanger nicht mehr unterstützen“, kündigte Stumpf an.

    Die Stromtrassen-Gegner argumentieren, die neuen Nord-Süd-Leitungen seien für die Stromversorgung Bayerns unnötig, wenn die dezentrale Energieerzeugung vor Ort ausgebaut wird. „Es gibt viele Alternativen“, glaubt der Unterfranke Heusemann. Die Politik in Berlin und München habe diese aber – auch auf Druck großer Konzerne – nie wirklich verfolgt.

    „Eine Frage der Glaubwürdigkeit“

    Für die Freien Wähler ist das Thema brisant: „Viele Bürger haben Freie Wähler gewählt, weil sie in unser Wahlprogramm geschaut haben“, glaubt etwa der ausscheidende unterfränkische FW-MdL Hans Jürgen Fahn. Der Trassenverzicht müsse deshalb in den Koalitionsvertrag, forderte Fahn von seiner Partei auf der Demo: „Es geht hier um die Glaubwürdigkeit der Freien Wähler.“

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