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    MÜNCHEN

    Wie sicher sind Lebensmittel in Bayern?

    Immer wieder beunruhigen Lebensmittelskandale die Verbraucher. Jetzt beruhigt das zuständige Landesamt: In Bayern ist die Qualität hoch, wenn es ums Essen geht.
    Wie sicher sind Lebensmittel in Bayern?       -  Sind Lebensmittel in Bayern sicher? Das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) gibt Entwarnung.
    Sind Lebensmittel in Bayern sicher? Das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) gibt Entwarnung. Foto: dpa

    Trotz der Schlagzeilen um Salmonellen in Eiern, Alu in Brezen und verdorbenen Fleischprodukten: Nach Ansicht des zuständigen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) ist die Qualität der Lebensmittel in Bayern sehr hoch und im vergangenen Jahr sogar gestiegen.

    Laut dem am Dienstag vorgelegten Jahresbericht des LGL beanstandeten die amtlichen Prüfer im Jahr 2015 bei exakt 68 871 Kontrollen nur 143 Proben wegen möglicher Gesundheitsgefahren – also etwa Salmonellen oder harte Fremdkörper. Das entspricht einem Anteil von 0,27 Prozent. „Diese Quote heißt zudem nicht, dass 0,3 Prozent aller Produkte im Supermarkt die Gesundheit gefährden“, sagte LGL-Chef Andreas Zapf im Landtag. Denn die Proben würden bereits „risikoorientiert“ genommen.

    Rund 4700 Lebensmittelproben wurden zudem wegen nicht regelkonformer Zusammensetzung oder falscher Kennzeichnung gerügt. Die Quote der Beanstandungen sank damit von acht Prozent im Jahr 2014 auf 6,8 Prozent 2015.

    Auch bei Produkten mit der Auszeichnung „ohne Gentechnik“ oder „Bio“ sehen die Kontrolleure eine positive Entwicklung: In keinem Fall sei ein Verstoß gegen die Auslobung eines Produktes als „Gentechnik frei“ festgestellt worden. Auch bei Saatgut seien maximal „Spuren von Gentechnik“ zu finden, sagte Zapf: „Und die Kurve geht hier eindeutig nach unten.“

    Rund drei Viertel aller untersuchten Bioprodukte enthielten keinerlei Rückstände von Pflanzenschutzmitteln, die übrigen Proben „nur geringe, oft umweltbedingte Spuren“, so das LGL. Auch bewusst irreführende Werbung mit einem falschen Bio-Siegel sei „äußerst selten“.

    „Rechthaberische Debatten“

    Zapf kritisierte zudem, dass Debatten über Lebensmittelsicherheit wie etwa beim umstrittenen Pflanzenschutzmittel Glyphosat „zunehmend vom Standpunkt der Rechthaberei“ aus geführt würden. So könne man Glyphosat im Sinne eines Schutzes der Artenvielfalt mit gutem Grund kritisieren. Einen wissenschaftlichen Nachweis, dass das Mittel tatsächlich krebserregend ist, gebe es aber nicht, so der Experte.

    Auch dem nach dem „Bayern-Ei“-Skandal entstandenen Eindruck, die Belastung mit Salmonellen in Bayern steige, trat Zapf entgegen: „Die Zahl der Erkrankten sinkt, die Maßnahmen greifen.“ Absolute Sicherheit könne es aber niemals geben.

    Trotz mancher Verbesserungen dürfte den Lebensmittelkontrolleuren die Arbeit auch künftig nicht ausgehen: So wurden etwa bei einem Viertel von 37 kontrollierten Bäckereien gravierende Hygienemängel festgestellt. Auch vier von 37 kontrollierten Brauereien wurden wegen massiver Mängel gerügt.

    Döner-Spieße wurden ebenfalls oft beanstandet – vor allem wegen der Verwendung von kondensierten Phosphaten, über deren Zulässigkeit derzeit vor Gericht gestritten wird. Nicht den Vorgaben entsprachen auch drei von vier untersuchten Olivenölen – eine hohe Quote, die ebenfalls auf „risikoorientierte Probenentnahme“ zurückzuführen sei.

    Gar Betrug deckten die Kontrolleure etwa bei in Gaststätten verkauftem Fisch auf: Bei 15 Prozent der genommenen Proben wurde bei der Fischart getrickst. So wurde etwa anstatt Seezunge ein deutlich billigerer Pangasius aufgetischt oder statt Seeteufel der „Stachelige Kugelfisch“.

    Gemogelt wurde sogar bei der Weißwurst: So darf eine „Original Münchner Weißwurst“ nicht ohne Kalbfleisch hergestellt werden. „Während vier der ,Münchner Originale‘ die erforderliche Zusammensetzung vorweisen konnten, musste das LGL eines dieser Produkte mit zu geringem Kalbfleischanteil beanstanden“, heißt es im Jahresbericht.

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