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    Rom / Wien

    Absage in letzter Minute - Kritik an Museumschef Schmidt

    Eike Schmidt
    Eike Schmidt in Florenz. Foto: Luca Bruno/AP/dpa

    Nach seiner Absage als Chef des Kunsthistorischen Museums in Wien (KHM) soll der deutsche Direktor der Uffizien in Florenz, Eike Schmidt, die Wogen glätten.

    Die italienische Regierung forderte Klarheit. Schmidt habe ihn informiert, weitere vier Jahre die Gemäldegalerie in Florenz führen zu wollen, erklärte Kulturminister Dario Franceschini am Mittwoch in Rom. Bevor er Schmidt zusagen könne, habe er betont, dass es „zu keinen Problemen mit Österreich und der österreichischen Regierung kommen darf”. „Ich erwarte, dass ich von ihm die volle Klarheit in diesem Punkt bekomme.”

    Schmidt hatte dem KHM überraschend wenige Wochen vor dem geplanten Amtsantritt abgesagt, obwohl der Wechsel von Florenz nach Wien seit zwei Jahren feststand. Die Absage begründete er mit persönlichen Motiven und einer neuen Konstellation in der italienischen Kulturpolitik, die ihm das Bleiben aussichtsreich erscheinen lasse. „Es hat sich auch in Italien in den vergangenen Wochen ein völlig überraschender politischer Umschwung gezeigt, der direkte Auswirkungen auf die Museumsarbeit hat”, sagte Schmidt der österreichischen Nachrichtenagentur APA.

    Nun wird die bisherige KHM-Direktorin, Sabine Haag, die sich 2017 um eine Verlängerung ihres Vertrags beworben hatte, das Museum interimistisch weiterführen.

    Schmidts Sinneswandel hatte in Österreich Irritationen ausgelöst. Dort sollte er im November den Posten als neuer KHM-Generaldirektor antreten. „Die kurzfristige Absage ist höchst unprofessionell und eigentlich beispiellos. Das Kapitel Eike Schmidt ist damit abgeschlossen”, zitierte „Die Presse” den auch für Kunst und Kultur zuständigen österreichischen Außenminister Alexander Schallenberg. Als „inakzeptabel und letztklassig” bewertete der frühere Kanzleramtsminister Thomas Drozda (SPÖ), der Schmidt geholt hatte, in der gleichen Zeitung die Absage.

    In österreichischen Zeitungen wurde der Schritt ausführlich kommentiert. „Dass der deutsche Kulturmanager die Leitung des Kunsthistorischen Museums ein schlappes Monat vor seinem Amtsantritt zurückgelegt hat, ist eine Düpierung, die ihresgleichen sucht. Schmidt hat damit nicht nur das Image des KHM beschädigt, er hat auch seinem Ruf als Ehrenmann in der Kulturbranche keinen allzu großen Dienst erwiesen”, schrieb die „Wiener Zeitung”. Es wird davon ausgegangen, dass das Kulturministerium rechtliche Schritte prüft wie zum Beispiel Schadenersatz für Spesen.

    Der in Freiburg geborener Schmidt hatte vor vier Jahren bei der Gemäldegalerie in Florenz begonnen und 2017 angekündigt, nach Wien gehen zu wollen. Äußerungen in der Zwischenzeit ließen jedoch ahnen, dass er mit dem Gedanken spielt, doch in Florenz zu bleiben.

    Das KHM kam im Museumsverbund 2018 auf rund 1,75 Millionen Besucher, die Uffizien verzeichneten im vergangenen Jahr einen Besucherrekord von mehr als vier Millionen Kunstfreunden.

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