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    Speyer / Köln

    Axel Scheffler erwägt britische Staatsbürgerschaft

    Axel Scheffler
    Illustrator Axel Scheffler präsentiert eine Sonderbriefmarke zum „Grüffelo”. Foto: Henning Kaiser

    Der in London lebende Kinderbuch-Illustrator Axel Scheffler („Der Grüffelo”) erwägt die Beantragung der britischen Staatsbürgerschaft - wegen des Brexits.

    „Um mir Unabhängigkeit zu bewahren”, sagte der 61-Jährige der Deutschen Presse-Agentur am Freitag in Köln. „Weil der britischen Regierung nicht zu trauen ist, wenn sie sagt: „Ihr könnt alle bleiben”.” Allerdings komme dies für ihn nur infrage, wenn er seine deutsche Staatsbürgerschaft behalten könne. „Ich möchte weiter EU-Bürger bleiben”, sagte Scheffler, der den Brexit vehement ablehnt.

    Der gebürtige Hamburger wohnt seit den 1980er Jahren in England. Der Zeichner stellte am Freitag im Kölner Abenteuer-Museum Odysseum eine 70-Cent-Briefmarke vor, die seiner bekanntesten Figur, dem Monster „Grüffelo”, gewidmet ist.

    Das von der britischen Schriftstellerin Julia Donaldson geschriebene und von Scheffler vor 20 Jahren (1999) illustrierte Buch vom „Grüffelo” und der cleveren Maus wurde zum Weltbestseller. Am Sonntag (3. März) wird der Illustrator im Historischen Museum der Pfalz in Speyer vorlesen und zeichnen. Dort läuft bis zum 5. Mai die Ausstellung „Das Sams und die Helden der Kinderbücher”.

    Den Brexit hatte Scheffler zuvor in einem anderen Gespräch mit der dpa als „riesengroße, destruktive Dummheit” bezeichnet. „Das wird keine einzige positive Auswirkung auf Großbritannien oder die EU haben”, sagte er. Ob er in England wohnen bleiben werde, hänge von der kommenden, völlig ungewissen Entwicklung ab. Das Ergebnis der Brexit-Abstimmung verletze ihn auch persönlich. „Verletzend ist, dass mein Grundrecht, in Großbritannien zu leben, entzogen wird - etwas, das während meines ganzen Erwachsenenlebens garantiert war.”

    Kinderbücher gewinnen nach Ansicht des Illustrators und „Grüffelo”-Schöpfers durch Zeichnungen deutlich an Intensität. „Ich kenne genug Beispiele, wo Geschichten viel an Zauber dazugewinnen, aber eher im Kinderbuch, zum Beispiel bei Pu der Bär”, sagte der 61-Jährige der Deutschen Presse-Agentur. Es sei gut, dass es die Tradition illustrierter Kinderbücher gebe.

    Was die Darstellung von Themen wie Terror oder Sex in Kinderbüchern betreffe, existierten für ihn durchaus rote Linien, sagte Scheffler. „Das müsste man aber differenzieren. Denn der Begriff „Kinderbuch” umfasst ein weites Feld, vom Pappbilderbuch bis zur Kategorie „Young Adult”.” Er habe jedoch nicht wirklich Spielraum für Entscheidungen, weil britische Verlage viel darüber nachdächten, was in Ländern akzeptabel sei, in die sie Bücher verkaufen wollen.

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