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    Jüchen

    Julius Weckauf beeindruckt als junger Hape

    Julius Weckauf
    Julius Weckauf setzte sich gegen 5000 Mitbewerber durch. Foto: Caroline Seidel

    Nicht viele Elfjährige werden an ihrem Geburtstag für ein Live-Interview ins ARD-Morgenmagazin eingeladen. Julius Weckauf aus Jüchen-Hochneukirch am Niederrhein schon.

    Am Donnerstag wurde er elf, und seit Weihnachten läuft der Film „Der Junge muss an die frische Luft” in den Kinos. Julius Weckauf in der Hauptrolle begeistert viele Zuschauer. In dem berührenden Film von Caroline Link geht es um die tragische Kindheit des Unterhaltungskünstlers Hape Kerkeling (54) Anfang der 1970er Jahre im Ruhrgebiet. Im Sommer 2017 wurde der Film gedreht. Julius war da erst neuneinhalb Jahre alt.

    Ein Casting stand am Anfang. „Wir wohnen in einem kleinen Dorf, da haben wir ein Geschäft. Im Geschäft sind meine Eltern von einigen Kunden darauf angesprochen worden, dass sie im Radio von einem Casting gehört hatten, in dem die Rolle des kleinen Hape Kerkeling gesucht wird, und sie hätten dabei sofort an mich gedacht”, berichtet Julius in einer Presseinfo. Sein Vater, Inhaber einer Schreibwaren- und Buchhandlung, fuhr mit ihm nach Wuppertal. Julius hatte Erfolg: Nicht weniger als 5000 andere hätten die Rolle auch gern gehabt.

    „Das war ein langer Prozess - bestimmt 1000 Jungen haben wir uns näher angesehen. Mit der Zeit wurden wir nervös, denn Julius war zunächst nicht der Favorit für die Rolle, sondern profilierte sich erst in den späteren Auswahlphasen”, sagt Produzent Sebastian Werninger. Erst acht Wochen vor Drehbeginn fiel die Entscheidung. „Grundsätzlich arbeite ich gerne mit Kindern, die noch nie vorher gedreht haben. Worauf es mir ankommt, ist die größtmögliche Unbefangenheit und Natürlichkeit vor der Kamera”, sagt Regisseurin Caroline Link über ihren Hauptdarsteller.

    Für die Dreharbeiten gingen die Sommerferien 2017 drauf - plus ein paar Wochen vorher und nachher, in denen dann auch die Schule ausfiel. „Noten haben nicht gelitten”, sagt der mittlerweile Interview-erfahrene Julius am Donnerstag im Morgenmagazin. 45 Drehtage gab es. Und wie war es, bei einem Film mitzumachen? „Beeindruckend, dass man mal miterlebt hat, dass so viele Leute was von einem wollen. Bisher wollten nur Mama und Papa oder meine Schwester was von mir: Dass ich mal mit dem Hund rausgehe oder so”, sagt er im Interview mit den dpa-Kindernachrichten.

    Auch Hape Kerkeling trifft er beim Dreh - vorher kannte er nur eine der bekanntesten Figuren des Humoristen, Horst Schlämmer. „Hape ist ein ganz toller Mensch. Ich mag ihn unglaublich. Wir haben uns am Set öfter getroffen. Das war immer ganz cool.”

    Im Dezember 2018 dann großer Rummel - mit aufwendigen Premierenfeiern und viel rotem Teppich in der Woche vor Weihnachten in Essen, Berlin und München. Wie hat er alles überstanden? „Er hat so Lust darauf gehabt, dass ihm das alles sehr leicht gefallen ist”, sagt sein Vater der Deutschen Presse-Agentur dpa am Telefon. „Er genießt die Aufmerksamkeit, die er bekommt. Er hat noch keinen Tag gehabt, wo er gesagt hat, dass ihn das nervt.”

    Und sonst? Der freundliche Junge fährt zum Beispiel gerne Longboard. „Mit meinem Hund. Da wirst du immer gezogen, das ist ein ganz cooles Gefühl”, sagt er. Früher wollte er mal Gärtner werden - jetzt „auf jeden Fall” Schauspieler. „Wir hatten schon mehrere Angebote”, sagt sein Vater Bernd. Aber sie hätten immer „Nein” gesagt. Bis auf ein Mal: In dem Film „Lindenberg! Mach Dein Ding!” über die jungen Jahre Udo Lindenbergs spielt Julius Weckauf eine Nebenrolle. Nur vier Drehtage in den Herbstferien waren nötig. Anfang 2020 soll der Film in die Kinos kommen.

    Von Helge Toben, dpa

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