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    Jüchen

    Leben in zwei Welten: Hape-Darsteller Julius Weckauf

    Julius Weckauf
    Julius will einfach Julius bleiben. Foto: Caroline Seidel

    Es läuft bei Julius Weckauf. Ein halbes Jahr nach dem Kinostart von „Der Junge muss an die frische Luft” hat der elfjährige Hape-Kerkeling-Darsteller gerade seinen dritten Film abgedreht: „Enkel für Anfänger” kommt im März 2020 in die Kinos.

    Der Fünftklässler aus dem niederrheinischen Jüchen ist trotzdem auf dem Teppich geblieben: Ein aufgeweckter Junge, der gern mit Hund „Gretchen” spielt und morgens auf den Bus wartet.

    Rückblick: Am 25. Dezember startet der bewegende Film über die tragische Kindheit des späteren Komikers Hans-Peter Kerkeling in den Kinos - und wird zum Publikumsrenner. Für 3,5 Millionen Besucher bekommt Regisseurin Caroline Link Anfang Mai den Deutschen Filmpreis „Lola” für den besucherstärksten deutschen Film des Jahres. Julius spielt Kerkeling: unbefangen, natürlich - er ist ein Glücksgriff für die Filmemacher.

    Der Junge bekommt Preise: Bislang den österreichischen Filmpreis Romy, einen New Faces Award und den Recklinghäuser Hurz. „Ich habe die auf meinem Sideboard stehen neben meinem Fernseher”, erzählt er der Deutschen Presse-Agentur. Und wie waren die Verleihungen? „Ich fand es jedes Mal cool, wieder dahin zu gehen, weil ich gern auf der Bühne bin. Man fühlt sich halt so geehrt und die Preise sehen immer megacool aus.”

    Vor ein paar Tagen erfährt Julius dann von einer weiteren Auszeichnung, diesmal aus den USA: Beim Seattle International Film Festival zeichnet ihn das Publikum mit dem Golden Space Needle Award als besten Darsteller aus. Der Kerkeling-Film feierte auf dem Festival unter dem Titel „All About Me” seine Nordamerikapremiere.

    Der Mega-Erfolg des Films scheint Julius nicht zu Kopf gestiegen zu sein. „Es war natürlich sehr aufregend, als der Film ins Kino kam. Mittlerweile ist aber alles wieder gechillt. Man ist wieder in seinem normalen Alltag mit Schule und so. Sonst ist eigentlich alles normal wie immer.” Er habe sich nicht geändert. „Und das soll auch bitte so bleiben. Ich möchte einfach der Julius bleiben, der ich auch wäre, wenn ich kein Schauspieler wäre.”

    Sind Klassenkameraden eigentlich auch neidisch? „In meiner Klasse ist, glaube ich, fast gar keiner neidisch, weil ich mich mit allen gut verstehe. Wir haben ja auch den Film mit der Klasse geguckt und da waren bis auf eine Person alle mit dabei und alle fanden den Film megacool. Ich werde immer noch von allen aus meiner Klasse als Julius angesehen.” Hin und wieder bekomme er ein paar doofe Sprüche aus anderen Klassen. „Aber die kennen mich nicht.”

    Für Julius interessiert sich nicht nur die Filmbranche. „Man kriegt hier und da Anrufe wegen Verleihungen oder Benefizveranstaltungen oder ich weiß nicht was.” Seine Eltern schauen sich dann an, ob das was ist. „Mama und Papa gucken, dass ich nicht zuviel mache, sondern immer noch Julius bleibe. Das heißt, dass ich nicht jeden Quatsch mitmache.” Seine Mutter ergänzt: „Wir wollen ihn ja auch ein bisschen beschützen. Ich glaube, dass man nicht immer alles wahrnehmen muss, und dann suchen wir immer die Sachen raus, die für ihn am angenehmsten sind.”

    Schauspieler möchte Julius immer noch werden, weiß aber auch, dass er es nicht werden muss. „Mein Bruder ist Schreiner. Das finde ich auch megacool, was der da jetzt alles zaubert innerhalb von ein paar Stunden. Das fände ich auch einen coolen Beruf. Mir stehen halt alle Türen offen, das finde ich so schön.”

    Von Helge Toben, dpa

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