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    Marl (dpa)

    Verleihung der Grimme-Preise in Marl

    Grimme-Preis
    Vor der Verleihung: Regisseur Mark Bauder (l) und der Schauspieler Benjamin Lillie mit dem Grimme-Preis. Ihr Film „Dead Man Working” wird ausgezeichnet. Foto: Henning Kaiser

    Die Grimme-Preise für gute Fernsehsendungen werden am Freitagabend (19.30 Uhr) im nordrhein-westfälischen Marl verliehen. 15 Produktionen und Einzelleistungen werden geehrt. 14 davon sind Produktionen von öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten.

    Erneut erhält TV-Satiriker Jan Böhmermann eine Auszeichnung. Er und sein Team bekommen einen Spezialpreis für ihre „engagierte Beobachtung und kluge Reflexion des laufenden Fernsehprogramms”. Der 36-Jährige hatte bereits 2014 und 2016 Grimme-Preise erhalten. Im vergangenen Jahr erhielt er auf dem Höhepunkt der Affäre um sein Erdogan-Schmähgedicht außerdem einen Ehrenpreis für seine Verdienste um die Entwicklung des Fernsehens in der digitalen Welt. Der Preisverleihung war Böhmermann damals ferngeblieben.

    Die begehrten Preise für Qualitätsfernsehen gehen unter anderem

    an die Macher des ersten Teils der ARD-Spielfilm-Triologie „Mitten in

    Deutschland” über den sogenannten „Nationalsozialistischen

    Untergrund” (NSU) mit Anna Maria Mühe als Beate Zschäpe.

    Auch die filmische Auseinandersetzung mit der kühl-brutalen

    Arbeitswelt der Finanzbranche („Dead Man Working”, HR/ARD Degeto) war der Jury preiswürdig.

    Mit der Auszeichnung der Mystery-Webserie „Wishlist” von RB, MDR und

    Funk, der gemeinsamen Jugend-Onlineplattform von ARD und ZDF, zeigt

    sich die Öffnung des Grimme-Preises für crossmediale Formate: Die bei

    YouTube zuerst ausgestrahlte Jugendserie über eine Smartphone-App,

    die Wünsche erfüllt, gewinnt einen von drei Preisen im „Kinder- und

    Jugendwettbewerb”.

    In der Kategorie Unterhaltung erhält der Late-Night-Talk „Applaus und Raus” (ProSieben) mit Oliver Polak einen Grimme-Preis. Es ist in diesem Jahr die einzige Auszeichnung für einen Privatsender.

    Wer in diesem Jahr die „Besondere Ehrung” des Deutschen Volkshochschulverbandes als Stifter der Grimme-Preise erhält, ist noch nicht bekannt. Das Grimme-Institut gibt seine Entscheidung traditionell erst während der Preisverleihung am Abend bekannt.

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