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    Berlin

    Getbadnews erklärt die Mechanismen der Stimmungsmache

    Getbadnews
    Followerzahl und Glaubwürdigkeit sind die wichtigsten Währungen bei „Getbadnews.de”. In diesem Online-Spiel muss man sich als cleverer Manipulator beweisen und lernt dabei zugleich, wie Stimmungsmache im Internet funktioniert - und man möglichst nicht auf sie hereinfällt. Foto: Robert Günther/dpa-tmn

    In diesem Spiel wird man zum Meinungsmanipulator. Denn auf „Getbadnews.de” geht es darum, über Internetkanäle authentisch wirkende Falschinformationen zu streuen. Das Ziel des Spiels ist, viele Leser zu gewinnen. Und dafür muss man hier vor allem eines tun: glaubwürdig lügen.

    Der simple Spielaufbau: Man kommuniziert mit einem leicht zynisch daherkommenden Chat-Bot, der in die Künste der Stimmungsmache einführt. Schon die Einstiegsfrage macht die Stoßrichtung klar: „Du willst mit Desinformationen das Internet aufmischen, oder?” Und ob!

    Mit einem bissigen Post über die „gescheiterten Loser” in der Regierung geht es los. Das Feedback des Bots: Schon ganz gut, denn damit hat man erste Follower gewonnen. Aber die Glaubwürdigkeit hat unter diesem Wutbürger-Post voller Ausrufezeichen gelitten. Das muss besser werden, um wirklich einflussreich zu werden, schreibt der Bot. Dann geht es hinab, in die Tiefen der Manipulation: andere Accounts täuschend echt imitieren, Emotionalisieren, Fakten verdrehen.

    Schlagfertige Nachrichten und irre Posts

    Das ist dank der schlagfertigen Nachrichten des Bots und der teils irren Beiträge, die er einem vorschlägt, sehr unterhaltsam und zugleich sehr lehrreich. Denn am Ende hat das Spiel einen wichtigen Zweck: Spieler sollen lernen, wie Meinungsmache funktioniert und mit welchen Maschen falsche Informationen gestreut werden, damit sie glaubwürdig herüberkommen. Es geht also darum, kritischer zu werden und mehr zu reflektieren, ob eine Nachricht im Netz oder einem sozialen Netzwerk plausibel ist.

    Hinter dem kostenlosen Spiel stecken die niederländische Organisation DROG sowie Forscher der Universität Cambridge. Entsprechend lädt der Chat-Bot manchmal zu Umfragen zu Forschungszwecken ein. Das ist aber freiwillig. Die Initiative Wissenschaft im Dialog hat das Spiel ins Deutsche übersetzt.

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