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    DAB+: So läuft's mit dem Digitalradio daheim und unterwegs

    DAB-Empfang       -  Für Neuwagen ist DAB-Empfang ab Dezember 2020 gesetzlich vorgeschrieben.
    Für Neuwagen ist DAB-Empfang ab Dezember 2020 gesetzlich vorgeschrieben. Foto: Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa-tmn

    Ab Ende 2020 ist das Digitalradio immer mit drin. Wer dann einen Neuwagen oder ein stationäres Radiogerät mit Display kauft, muss nicht mehr genau darauf achten, ob ein Digitalradio (DAB+) integriert ist.

    Ab dem 21. Dezember 2020 gilt laut Telekommunikationsgesetz in beiden Bereichen eine Digitalradio-Pflicht.

    Auch wenn beide Radioarten terrestrisch über Sendemasten verbreitet werden: Beim Digitalradio können Hörer aus einem größeren Programmangebot als beim Analogradio (UKW) auswählen. Bereits jetzt steckt DAB+ in vielen Radios für daheim - und in vielen Autos.

    Das Nachrüsten von DAB+ im Auto ist aber auch bei älteren Kraftfahrzeugen sinnvoll, erklärt Lena Trautermann vom Fachmagazin „Auto Bild”: „UKW soll auf lange Sicht abgeschaltet werden. Zur Diskussion steht aktuell das Jahr 2025.”

    Mehr als 260 lokale und überregionale Sender sind derzeit insgesamt in Deutschland über DAB+ empfangbar. Doch welche Vorteile bietet das Digitalradio noch? „DAB+ bietet klaren digitalen Sound, völlig rauschfrei und mit stabilem Klangbild”, sagt Carsten Zorger, Leiter des Digitalradio-Büros in Berlin. Zudem könnten Infos wie Wetterkarten, Programmübersichten oder Schlagzeilen mitgesendet werden. Und: Jedes DAB+-Radio beherrscht auch noch UKW.

    Wer kein DAB+ im Auto oder zu Hause empfangen kann, muss nicht gleich ein neues Autoradio einbauen oder die ganze Anlage austauschen. Die meisten Geräte und Radios können per DAB+-Adapter problemlos nachgerüstet werden, sagt Manfred Schmitz, stellvertretender Leiter technische Information beim Bayerischen Rundfunk.

    „Bereits sehr günstige Adapter sind bestens geeignet, um in die Welt des digitalen Radioempfangs einzusteigen. Die Umrüstung funktioniert schnell und einfach”, sagt Schmitz. Der Adapter wird entweder per Kabel ans Radio angeschlossen oder sendet drahtlos über einen kleinen UKW-Sender (FM-Transmitter). Dessen Funkwellen können UKW-Radios ganz normal empfangen - sowohl im Auto als auch daheim.

    Zumindest für den Nachrüstfall Auto gilt: Ein DAB+-Adapter ist ein Zusatzgerät im Cockpit und es müssen Kabel verlegt werden. „Beim Einbau im Auto sollten die Antennen-, Strom- und AUX-Leitungen so verlegt sein, dass sie im Lenkbereich nicht stören”, rät Schmitz. Und: Den festen Sitz des Adapter-Halters regelmäßig prüfen.

    „Bei einigen Fahrzeugen stören die feinen Drähte der Frontscheibenheizung den DAB+-Empfang”, weiß Schmitz. „Eventuell muss die Antenne dann an einer anderen Stelle im Wageninneren montiert werden.” Alternativ biete sich der Einsatz einer Magnetfußantenne an.

    Wem die Installation zu aufwendig ist, kann auch einen sogenannten Car-Hi-Fi-Spezialisten beauftragen, rät Zorger. Die beherrschten das Lösen von Blenden im Innenraum zur unsichtbaren Kabelverlegung und sorgten bei der Installation gleich für idealen Empfang.

    Eine Alternative zum Adapter ist der Austausch des gesamten Radios. Je nach Fahrzeugtyp kann das sinnvoll sein, sagt Lena Trautermann: „DAB+-Radios sind direkt mit der Fahrzeugelektronik verbunden, dementsprechend bleibt das Cockpit aufgeräumt und kabelfrei. Auch der Klang ist in der Regel besser.”

    Gerade in neueren Fahrzeugen lässt sich das Radio-System wegen aufwendiger Elektronik nicht so leicht austauschen, eine DAB+-Nachrüstung ist aber oft über den Hersteller möglich. Ein Tausch in Eigenregie bietet sich vor allem bei älteren Fahrzeuge an, sagt Trautermann: „In Autos, die noch einen DIN- oder Doppel-DIN-Schacht besitzen, kann vergleichsweise einfach ein neues Radio eingebaut werden.” Die nötigen Werkzeuge gehören zum Lieferumfang des Geräts.

    Das Nachrüsten per DAB+-Adapter stellt die günstigste Möglichkeit für Stereoanlagen wie Fahrzeuge dar. Gute Adapter seien ab 40 Euro erhältlich, sagt Trautermann. „Teurere Modelle können auch schon mal das Doppelte oder Dreifache kosten. Ein günstiger Preis muss nicht heißen, dass es sich um Billigware handelt.”

    Die Preisunterschiede ergäben sich vor allem aus den Zusatzfunktionen, so die Expertin. „Teurere Modelle lassen sich zum Beispiel mit dem Smartphone koppeln und sind so gleichzeitig auch Bluetooth-Adapter und Freisprech-Einrichtung.”

    DAB+-Adapter mit FM-Transmitter lassen sich auch an der Anlage daheim betreiben. „In der Regel sind aber die speziellen Adapter für die Heimanlage besser geeignet, unter anderem deswegen, weil sie über eine Fernbedienung verfügen”, erklärt Manfred Schmitz. Und auch die Klangqualität ist bei einer Kabelverbindung besser.

    Direkt eingebaut       -  Immer mehr Autoradios haben einen DAB+-Tuner schon direkt eingebaut.
    Immer mehr Autoradios haben einen DAB+-Tuner schon direkt eingebaut. Foto: Andrea Warnecke/dpa-tmn
    Lena Trautermann       -  Lena Trautermann ist Redakteurin beim Fachmagazin „Auto Bild”.
    Lena Trautermann ist Redakteurin beim Fachmagazin „Auto Bild”. Foto: Alexander Trautermann/dpa-tmn
    Carsten Zorger       -  Carsten Zorger leitet das Digitalradio-Büro Deutschland.
    Carsten Zorger leitet das Digitalradio-Büro Deutschland. Foto: Christian Kruppa/dpa-tmn
    Manfred Schmitz       -  Manfred Schmitz ist stellvertretender Leiter technische Information beim Bayerischen Rundfunk.
    Manfred Schmitz ist stellvertretender Leiter technische Information beim Bayerischen Rundfunk. Foto: Natasha-I. Heuse/BR/dpa-tmn

    Von Julia Froolyks, dpa

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