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    Frankfurt / Main

    Goldene Wasserhähne und schwarze Brausen

    Wasserhähne von Vitra
    Goldene Armaturen sind rein optisch betrachtet ein toller Kontrast zur weißen Keramik. Hier ein Beispiel von Vitra von der Sanitärmesse ISH in Frankfurt im März. Foto: Andrea Warnecke

    Goldene Wasserhähne im Badezimmer! Das war vielen bislang ein Aufschrei wert - da so Menschen ihren Reichtum zur Schau stellen. Ausgerechnet goldene Wasserhähne haben nun immer häufiger Badausrüster auch für den Geldbeutel von Durchschnittsverdienern im Angebot.

    Klar, nichts ist hier aus purem Gold. Diese Wasserhähne sind nur goldfarben. Manche haben auch andere Metallfarben, etwa Rosegold, Bronze und Metallgrau. Die Hersteller wollen so die Farbpalette der Produkte erweitern - neben den allseits verbreiteten silberfarbenen Wasserhähnen und Duschköpfen. So bieten sie auch eine Vielzahl an tiefschwarzen oder weißen Neuheiten an, ungewöhnlich sind darunter die matten Alternativen. Auch erste rote, grüne und blaue Armaturen gibt es - als Akzente für ein bunteres Badezimmer.

    Renovierte Bäder nur alle 20 Jahre

    Fliesentrends ändern sich ja gerne mal. Doch dass Armaturen neue Farben bekommen, ist vielleicht die größte Veränderung in Badezimmern seit langer Zeit. Denn bisher beschränkten sich die Änderungen hier auf die Form sowie die Technologie in den Hähnen, Duschköpfen und Schläuchen. Denn Badezimmer werden nicht so oft erneuert. Nicht renovierte Badezimmer sind nach Branchenangaben im Schnitt 20 Jahre alt. Farbige und schwarze Varianten sind hier also etwas ganz Neues.

    Dabei lassen sich Armaturen leichter, schneller und kostengünstiger austauschen als Sanitäranlagen und Fliesen. Und schon kleine Änderungen an Amaturen können bestimmen, ob das Bad verspielt oder elegant-puristisch wirkt.

    Die neuen Armaturen sind Begleiter der neuen farbigen Keramiken. Diese wurden zuletzt bei der Weltleitmesse für Sanitäranlagen, der ISH in Frankfurt im März, in einer großen Vielzahl präsentiert. Das ewige Weiß der Waschtische, Badewannen und sogar WCs wird zunehmend ersetzt - etwa durch graue und schwarze Wannen, Becken und Schüsseln.

    Alle Details müssen stimmen

    Aber auch erste Farbtupfer zwischen den Nichtfarben Schwarz, Weiß und Grau gab es zu sehen. Allen voran bei Villeroy & Boch mit dem Badkonzept „His & Hers” von Gesa Hansen: Sie verwendet starke Grün- und dunkle Rottöne. Die Armaturen dazu sind golden oder schwarz.

    Heute werden Einrichtungen anders gedacht: Alle Details müssen stimmen und eine optische Einheit ergeben. Laut Frank Richter, CEO von Duravit, sollen nicht nur die Armaturen eine neue Farbe erhalten: Auch der Stöpsel im Waschbecken sowie der Stiel zum Herausziehen des Stöpsels hinten am Wasserhahn sollten entsprechend gefärbt sein. Bestenfalls sind der Siphon und die Profile am Spiegel farblich darauf abgestimmt. Alle Details zusammen erzielen erst eine Wirkung von Wohnlichkeit, erklärt der CEO von Duravit.

    Goldene Armaturen ergänzen Holzmöbel

    Goldfarbene Elemente im Bad gehören im weitesten Sinne zu einer braunen Farbwelt, die durchaus beliebt ist, erklärt der Trendforscher Frank A. Reinhardt. Will heißen: Wer auf Holzmöbel und braune Accessoires setzt, findet mit goldenen Armaturen eine gute Ergänzung.

    Alternativ bilden die goldenen Elemente zu schwarzen, grauen und weißen Keramiken kontrastreiche Akzente. Jens J. Wischmann, Geschäftsführer der Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft, zieht einen Vergleich mit der Mode: Accessoires in Gold wirken besonders wertvoll oder auffällig. „Und genauso ist es im Bad: Ich kann damit einen Hingucker schaffen.” Sein Tipp: Weniger opulent wirken mattgoldene Wasserhähne. „Es muss ja nicht immer hochglänzend sein.”

    Rotes Waschbecken von Villeroy&Boch
    Waschbecken werden nun langsam auch in kräftigen Farben angeboten, dazu passen die neuen schwarzen Armaturen - hier ein Beispiel von Villeroy & Boch, designt von Gesa Hansen. Foto: Andrea Warnecke
    Dunkles Trendwaschbecken
    Dunkle Waschbecken und Armaturen wirken schick und ungewohnt zugleich. Sie sind der neueste Trend für Badezimmer. Foto: Andrea Warnecke
    Schwarzes Waschbecken
    Auf der Weltleitmesse für Sanitäranlagen, der ISH in Frankfurt, wurden zuletzt viele schwarze Waschbecken präsentiert. Passend dazu: Schwarze Armaturen, hier von Villeroy & Boch. Foto: Andrea Warnecke
    Schwarzer Wasserhahn
    Schwarze Wasserhähne sind etwas ganz Neues. Sie wurden auf der Sanitärmesse ISH in Frankfurt in großer Zahl gezeigt - hier von Villeroy & Boch. Foto: Andrea Warnecke
    Wasserhahn in Gold
    Goldene Armaturen am Waschbecken - sie sieht man aktuell vermehrt im Handel. Die Hersteller wollen damit grundsätzlich erreichen, dass sich die übliche Farbpalette der Produkte erweitert. Foto: Andrea Warnecke
    Verschiedene Metalltöne
    Die Hersteller setzen nicht nur auf die Farbe Gold für Wasserhähne, sondern auf Metallfarben insgesamt. Foto: Andrea Warnecke
    Ganz in weiß
    Ton-in-Ton-Kombinationen sind einer der Trends bei Bädern. Damit auch wirklich alles stimmig ist, werden auch komplett weiße Wasserhähne angeboten. Hier ein Beispiel von Duravit, gezeigt auf der Sanitärmesse ISH in Frankfurt. Foto: Andrea Warnecke
    Wasserhahn in Rotgold
    Modelle in Gold, aber auch in anderen Metallfarben an - wie dieses Modell in Rotgold von Keuco. Foto: Andrea Warnecke
    Rote Wanne
    Erste Hersteller bringen auch Badewannen und Waschbecken in starken Farben heraus - wie Villeroy & Boch die rote Wanne von Gesa Hansen. Dazu passt eine rotgoldene Armatur gut. Foto: Andrea Warnecke
    Matt-weiße Wasserhähne
    Auch matt-weiße Wasserhähne sieht man nun öfter. Foto: Andrea Warnecke
    Goldener Stöpsel
    Nicht nur der Wasserhahn sollte gold sein, auch die weiteren Elemente eines Beckens sollte farblich dazu passen - wie der Stöpsel des Abflusses. Hier ein Beispiel von Grohe in Rotgold. Foto: Andrea Warnecke
    Farblich abgestimmte Elemente
    Alle Details müssen stimmen und eine optische Einheit ergeben. Daher sollten Wasserhahn, Siphon und sogar Metallelemente an den Accessoires farblich aufeinander abgestimmt sein. Foto: Andrea Warnecke

    Von Simone A. Mayer (Text) und Andrea Warnecke (Foto), dpa

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