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    Berlin

    Wenn das Haus für die Rente sorgt

    Wenn das Haus für die Rente sorgt
    Die Verrentung des Hauses bringt einem zwar Geld ein, ist wirtschaftlich gesehen aber nur selten die beste Lösung. Foto: Christin Klose/dpa-tmn

    Das eigene Haus zu Geld machen - und trotzdem darin wohnen bleiben. Genau das ist mit der Verrentung der Immobilie möglich.

    Das Prinzip: Hausbesitzer verkaufen ihr Eigenheim mit einem Preisabschlag und bekommen vom Käufer im Gegenzug eine Leibrente und das Recht, weiter in ihrer gewohnten Umgebung zu bleiben. Gerade für ältere Leute ist das ein großer Vorteil - und scheint attraktiv. Experten aber sind skeptisch und warnen vor Fallstricken.

    Laut Georg Plötz von der Verbraucherzentrale Bayern wird das Verrentungsmodell in den wenigsten Fällen verwirklicht, weil die Konditionen meist nicht attraktiv sind. Denn ob sich die Sache für beide Seiten - Käufer und Verkäufer - lohnt, hängt entscheidend vom konkreten Vertrag ab, erklärt der Fachberater für Altersvorsorge.

    Laut Eva Reinhold-Postina vom Verband Privater Bauherren lohne sich eine Immobilienverrentung meist nur, „wenn das Haus schuldenfrei ist und einen gewissen Wert hat”. Und es sollte vor dem Verkauf gründlich auf Vordermann gebracht werden. Das erhöht den Wert.

    Hausbesitzer gehen oft ohne Plan vor

    Die wenigsten Hausbesitzer gehen aber mit einem Plan vor. „Der klassische Fall ist, dass ältere Leute in ihrem Haus leben, das sie schon mit ihren Kindern bewohnten und das jetzt aber für sie zu groß geworden ist”, erklärt Uwe Fischer. „Und ihre Rente reicht nicht, um für alle Kosten aufzukommen”, führt der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Anwaltsnotariat im Deutschen Anwaltverein aus. Oder es gibt keine Kinder, die das Haus einmal erben sollen - und sich jetzt schon darum kümmern könnten.

    „Die Leute agieren oft irrational”, so der Notar und fügt an: „Sie lassen sich sogar auf ein befristetes Wohnrecht oder eine befristete Rentenzahlung ein, weil sie denken, das Ende erleben sie ohnehin nicht mehr.” Das kann aber gründlich schief gehen. Im schlimmsten Fall stehen sie im hohen Alter ohne Haus und ohne Geld da.

    Fischer rät, gründlich über alle Vertragskonditionen zu verhandeln und sich fachliche Unterstützung zu suchen. „Befristungen sind zum Beispiel Fallen, auf die sich niemand einlassen sollte.” Man sollte immer ein lebenslanges Wohnrecht und eine lebenslange Rente anstreben - ob die Käufer darauf eingehen, ist eine andere Frage.

    Nießbrauch statt Wohnrecht

    Anstelle des Wohnrechts kann man einen sogenannten Nießbrauch vereinbaren. „Dabei kann der Verkäufer das Geld auf einen Schlag bekommen”, erklärt Uwe Fischer. Man hat damit auch viel mehr Rechte an der Immobilie als bei einem einfachen Wohnrecht und kann sie zum Beispiel vermieten - und von jenen Einnahmen profitieren. Dafür trägt man aber auch alle Kosten. Beides - Wohnrecht und Nießbrauch - muss in das Grundbuch eingetragen und notariell beurkundet werden.

    Wie bei jedem Immobilienverkauf zählen harte Fakten wie Baujahr, Zustand und vor allem die Lage für den Wert. Dieser wird laut Georg Plötz von den Besitzern in der Regel überschätzt. Abschläge gibt es, wenn man das Wohnrecht oder andere Rechte eingeräumt bekommen möchte. „Unterm Strich bringt das Haus dann nicht so viel wie erhofft, und natürlich fällt dann auch die monatliche Rente geringer aus.”

    Selten die beste Lösung

    Jeder muss abwägen, ob man diesen Kompromiss eingehen möchte, um weiterhin im geliebten Zuhause zu wohnen. „Wirtschaftlich gesehen, ist die Immobilienverrentung selten die beste Lösung”, meint Plötz. In der eigenen Familie jedoch könne sie durchaus Sinn machen.

    „Dann spielt nicht unbedingt der Verkehrswert die entscheidende Rolle”, betont Uwe Fischer. „Ein Neffe, der das Haus seiner Tante erwirbt und sie mit einer Leibrente weiter darin wohnen lässt, ist ja nicht unbedingt auf Rendite aus. Aber alle Seiten sind mit dem Modell vertraglich abgesichert.”

    Von Katja Fischer

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