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    München

    Wie werde ich Fahrzeugbaumechaniker/in?

    Feingefühl gefragt
    Konstantinos Tsigaloglou verschweißt die Bolzen eines sogenannten Spotters mit dem Blech einer verbeulten Tür. Er ist angehender Karosserie- und Fahrzeugbaumechaniker. Foto: Tobias Hase/dpa-tmn

    Das Schrauben und Montieren, das Schweißen und Geradebiegen, das Prüfen und Reparieren - Konstantinos Tsigaloglou liegt das im Blut. Schon sein Vater war Karosserieinstandsetzer und hat verbeulte und kaputte Autos wieder schick gemacht.

    „Als Kind habe ich ihm viel geholfen, das war immer bereichernd und ich habe ständig etwas Neues dazu gelernt”, erinnert sich Tsigaloglou. Heute tritt der 33-Jährige in die Fußstapfen des Vaters und ist Auszubildender im zweiten Lehrjahr zum Karosserie- und Fahrzeugbaumechaniker bei Auto & Service PIA in München: „An dem Beruf macht einfach alles Spaß, man muss es von Herzen machen.”

    Doch bis zu dieser Erkenntnis, war es ein langer beruflicher Weg für den gebürtigen Griechen. Erst machte er den Schulabschluss, dann Abitur - „weil die Eltern das ja immer wollen”, sagt er schmunzelnd - und später eine Ausbildung zum Fahrlehrer. Da sei sie wieder aufgeflammt, die Begeisterung für „das Mechanische”. Deshalb entschied sich der 33-Jährige, noch mal eine Ausbildung als Karosserie- und Fahrzeugbaumechaniker zu machen.

    Zwei unterschiedliche Fachrichtungen der Ausbildung

    Die Ausbildung dauert dreieinhalb Jahre und ist in Industrie und Handel sowie im Handwerk angesiedelt. Zu unterscheiden sind die beiden Fachrichtungen Karosserie- und Fahrzeugbautechnik sowie Karosserieinstandhaltungstechnik.

    Während die einen Karosserien und Fahrzeugbauteile herstellen und montieren und meist in Betrieben von Fahrzeugherstellern tätig sind, kümmern sich die anderen um Reparaturen an beschädigten Wagen, um die Pflege und Instandhaltung bestehender Karosserien und die Montage spezieller Aufbauten oder Zusatzeinrichtungen.

    Zu den Instandhaltungstechnikern gehört auch Tsigaloglou. Er stellt fest, welche Schäden an einem Fahrzeug vorliegen, repariert sie und bereitet Wagen etwa für spätere Lackierarbeiten vor. „Wenn ein Unfallauto in die Werkstatt kommt und man es so repariert, dass niemand mehr merkt, dass es einen Unfall hatte, ist das erfüllend und es bestätigt mich in dem, was ich lerne. Man hat gleich ein Ergebnis und in kurzer Zeit einen echten Wow-Effekt”, so der 33-Jährige.

    Mechaniker brauchen technisches Verständnis

    Damit das mit dem Wow-Effekt auch klappt, sollten Auszubildende nicht nur Spaß an der Verarbeitung verschiedenster Materialien haben, sondern auch „ein hohes Maß an Genauigkeit, Wissbegierde, technischem Verständnis und Interesse an mechanischen Zusammenhängen mitbringen”, findet Sandra Gapel, Ausbildungsleiterin und Personalreferentin bei Auto & Service PIA in München.

    Längst legen Karosserie- und Fahrzeugbauchmechaniker nicht mehr nur Hand an Kotflügel und Autobleche. „Die Umstellung auf Hybrid- und Elektrokonzepte setzt die Unternehmen und Mitarbeiter vor ganz neue Herausforderungen”, sagt Gapel. Die Auszubildenden müssen inzwischen auch lernen, unterschiedliche Verbundstoffe zu bearbeiten, beispielsweise durch Kleben oder Vernieten.

    Tsigaloglou kennt die neuen Herausforderungen aus der täglichen Arbeit: „Bei Hochvoltautos zum Beispiel kann man nicht einfach darauflosreparieren. Es ist immer eine Herausforderung, kein Auto und kein Unfall ist gleich. Man braucht Geschick, das richtige Auge und Geduld.”

    Die Vergütung unterscheidet sich, je nachdem wo Auszubildende ihre Lehre machen. Die Bundesagentur für Arbeit gibt für das Kraftfahrzeuggewerbe etwa Orientierungswerte zwischen 676 und 869 Euro brutto pro Monat im ersten Lehrjahr an. In der Metall- und Elektroindustrie fällt die Vergütung in der Regel höher. Im vierten Lehrjahr etwa steigt sie dort auf bis zu 1264 Euro an.

    Arbeit am Karosserieträger
    Traumberuf für Autobastler: Azubi Konstantinos Tsigaloglou (l) und sein Ausbilder Marco Baumgartner besprechen anstehende Arbeiten am Karosserieträger eines Fahrzeugs. Foto: Tobias Hase/dpa-tmn
    Weg mit der Delle
    Der Auszubildende Konstantinos Tsigaloglou (r) zieht unter den Augen eines Kollegen mit einem Zughammer eine Delle aus einer Fahrzeugtür. Foto: Tobias Hase/dpa-tmn
    Tsigaloglou am Arbeitsplatz
    Konstantinos Tsigaloglou ist im zweiten Lehrjahr zum Karosserie- und Fahrzeugbaumechaniker. Foto: Tobias Hase/dpa-tmn
    Autotür schleifen
    Die Aufbereitung einer Delle klappt nicht ohne Vorarbeit: Der Auszubildende Konstantinos Tsigaloglou schleift eine Autotür mit einer Reinigungsscheibe ab. Foto: Tobias Hase/dpa-tmn
    Am Werkzeugkasten
    Ohne Werkzeug geht es für Karosserie- und Fahrzeugbaumechaniker nicht. Foto: Tobias Hase/dpa-tmn
    Schweißarbeiten
    In diesem Job fliegen auch die Funken: Konstantinos Tsigaloglou schweißt den Karosserieträger eines Autos. Er ist im zweiten Lehrjahr zum Karosserie- und Autobaumechaniker. Foto: Tobias Hase/dpa-tmn
    Karosseriehobel im Einsatz
    Schwerpunkt Karosserieinstandhaltungstechnik: Konstantinos Tsigaloglou bearbeitet eine Fahrzeugtür mit dem Karosseriehobel, um Dellen zu schlichten. Foto: Tobias Hase/dpa-tmn
    Konstantinos Tsigaloglou
    Als angehender Karosserie- und Fahrzeugbaumechaniker tritt Konstantinos Tsigaloglou in die Fußstapfen seines Vaters - der hat als Karosserieinstandsetzer gearbeitet. Foto: Tobias Hase/dpa-tmn
    Mit dem Karosseriehammer
    Mit einem Karosseriehammer bearbeitet Konstantinos Tsigaloglou eine verbeulte Fahrzeugtür. Er macht eine Ausbildung zum Karosserie- und Fahrzeugbaumechaniker. Foto: Tobias Hase/dpa-tmn
    Suche nach Ersatzteilen im Netz
    Recherche im Netz: Der Auszubildende Konstantinos Tsigaloglou (r) und sein Kollege Sammy Altkorn suchen am Computer ein Ersatzteil für ein Auto. Tsigaloglou ist angehender Karosserie- und Fahrzeugbaumechaniker. Foto: Tobias Hase/dpa-tmn

    Von Anke Dankers, dpa

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