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    WÜRZBURG

    Aus alt mach neu: Nachhaltig und schick im Garten wohnen

    Gartencouch• Für die Gartencouch braucht man je nach gewünschter Größe zehn Euro-Paletten, Werkzeuge wie Stichsäge, Akkuschrauber, Schleifgerät und Bohrmaschine, Sitzkissen oder andere weiche Auflagen.• Eine neue Euro-Palette kostet zwischen zehn und 18 Euro.• Zuerst die Paletten zur gewünschten Sofaform stapeln. Die Sitzflächen mit Latten schließen.• Jeweils zwei Paletten hochkant als Armlehne hinstellen und festschrauben. Zwei Paletten jeweils um ein Drittel kürzen und als Rückenlehen schräg stellen. Den Abschnitt als Stütze für die Rückenlehne anschrauben.• Die fertige Gartencouch abschleifen. Wer möchte, kann das Sofa anstreichen, lackieren oder lasieren. Dann Polster drauf und fertig! Foto: Stefan Pompetzki

    Wegwerfen war gestern, Wiederverwerten ist die Zukunft: Upcycling ist einer der großen Trends im Wohn- und auch im Gartenbereich. Genau wie in der Mode geht es dabei um die Wiederverwertung und das Aufwerten von Abfall oder anderen alten Gegenständen, die in komplett neue Produkte umgewandelt werden. Studierende der Staatlichen Meister- und Technikerschule an der Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau in Veitshöchheim (Lkr. Würzburg) haben aus Plastikrohren, Euro-Paletten, Wasserkästen und vielem mehr kreative Gartenmöbel gestaltet. Zu sehen gab es diese jetzt bei der Landesgartenschau in Würzburg.

    Einzelstücke, die sonst keiner besitzt

    „Leben in und mit der Natur“ war das Thema, das die Studierenden in den Zukunftsgärten der Gartenschau kreativ umgesetzt haben. „Damit tun wir nicht nur etwas für unsere Umwelt, sondern auch etwas für den Geldbeutel und haben zudem die Möglichkeit, wahre Einzelstücke zu kreieren, die sonst keiner besitzt“, sagt Lukas Kolb, der die Möbel zusammen mit vier anderen Studierende gebaut hat. „Do it Yourself ist derzeit in aller Munde. Wir haben intensiv im Internet recherchiert und sind auf diese Ideen gekommen“, sagt Kolb.

    Aus Alltagsgegenständen sind besondere Möbel und Pflanzgefäße entstanden, die auf dem Balkon und auf der Terrasse eine gute Figur machen: eine Gartencouch aus Euro-Paletten, eine Zwei-Minuten-Bank aus Steinen und Holzlatten, ein Stehtisch aus Wasserkästen, bepflanzte Rohre, eine Kräuterwand und ein Hochbeet. Alte Paletten sind auf jeder Baustelle vorhanden und bieten sich nicht nur wegen der Recyclingidee für den Einsatz im Garten an. Das Interesse ist groß: „Wir haben jeden Tag über 100 Aufbauanleitungen pro Element zum Nachbauen verteilt.“

    In Entwicklungsländern ist man kreativ

    Upcycling ist kein neues Konzept, das gerade erst erfunden wurde. Früher haben Menschen, denen es wirtschaftlich schlecht ging und denen wenige Materialien zur Verfügung standen, alles wiederverwertet, was in irgendeiner Form und Weise brauchbar war. In ärmeren Gesellschaften ist Upcycling absolut üblich: In vielen Entwicklungsländern sind zum Beispiel Flechttechniken verbreitet, mit denen sich aus alten Gummi- und Plastikprodukten neue Produkte fertigen lassen: So werden aus alten Autoreifen Sohlen für Flip-Flops oder Taschen aus PET-Flaschen.

    Kräuterwand• Man benötigt eine Euro-Palette, Bohrmaschine, schmale Latten, Schrauben, etwas Vlies oder Teichfolie, Tafelfolie, Kreide, Kies und Erde. Und natürlich verschiedene Kräuterstauden von der Gärtnerei.• Palettenfüße mit einem Brett auf einer Seite schließen, so dass Pflanzentaschen entstehen.• Palette aufstellen. Die Pflanzentaschen mit Vlies oder Teichfolie auskleiden. Bretter am Fuß der Kräuterwand quer als Füße anschrauben. • Kräuterwand aufstellen, Pflanzentaschen mit Pflanzenerde füllen und mit Kräutern bepflanzen.• Auf die Frontseite dicke Tafelfolie tackern. Später kann dort mit Kreide der Namen der Kräuter aufgeschrieben werden. Foto: Stefan Pompetzki
    Hochbeet• Vier Europaletten aufstellen und von innen mit zwei bis drei Winkeln pro Ecke verschrauben. Das ist bereits die fertige Grundkonstruktion.• Die sichtbaren Außenseiten mit einer Wetterschutzfarbe anstreichen. • Im nächsten Schritt sollte zuerst der Boden mit einem stabilen Wühlmausgitter ausgelegt werden. Diesen an den Seiten mit einem Tacker fixieren. Die Seitenwände mit einem Vlies oder Teichfolie auslegen und ebenfalls mit einem Tacker fixieren.• Pflanzentaschen mithilfe von Vlies oder Teichfolie auskleiden.• Hochbeet von unten nach oben mit Ästen, Erde, Rindenmulch, Rasenschnitt und Humus auffüllen und nach Lust und Liebe bepflanzen.Bildtext Foto: Ivana Biscan
    Bepflanzte Rohre• Man benötigt ein Plastikrohr (KG-Rohr), einen Winkelschleifer oder Flex, einen Heißluftföhn und Erde und Pflanzen vom Gärtner zum befüllen.• Am besten man zeichnet sich vorher auf, wo die Einschnitte, also später die Pflanzen, sein sollen. Gewünschte Einschnitte mit einer Flex einschneiden.• Dann das Rohr oberhalb der Einschnitte mit dem Heißluftföhn vorsichtig erhitzen• Erhitzte Stellen oberhalb des Einschnitts mit einem runden Gegenstand, zum Beispiel einem Weckglas eindrücken.• Fertiges Rohr mit Rohrdeckel unten abdichten, mit Erde befüllen und bunt bepflanzen.• Wer auf das Flexen verzichten möchte, kann das durchgehende Rohr auch mit Abzweigstücken unterbrechen und diese Rohrabschnitte dann bepflanzen.Bildtext Foto: Ivana Biscan
    Wasserkastenstehtisch• Dieser Tisch ist beim gemeinsamen WM-Schauen oder bei jeder Gartenparty beliebt: ein Stehtisch wahlweise aus Wasser- oder aus Bierkästen.• Man benötigt vier Wasser- oder Bierkästen, eine einfache Holzplatte, Kanthölzer und Werkzeuge.• Zuerst eine runde Platte mit einem Durchmesser von etwa 80 Zentimetern aus Holz aussägen.• Aus Kanthölzern einen Rahmen für den Kastenturm erstellen (Innenmaß 30 mal 40 Zentimeter). Den Rahmen dann mittig auf die Unterseite der Tischplatte montieren. Bei Bedarf kann einen Öffnung in Größe des Wasser- oder Bierkastens in die Tischplatte gesägt werden, damit man später Zugriff auf die Flaschen hat.• Fertige Tischplatte auf vier aufeinander gestapelte Kästen auflegen. Fertig!Bildtext Foto: Ivana Biscan
    Zwei-Minuten-Bank• Als Material benötigt man sechs Hohlblockmauersteine, zwei Holzlatten und eine weiche Sitzauflage.• Je zwei Mauersteine parallel zueinander aufstapeln. Den dritten Mauerstein liegend aufsetzen.• Dann die Kanthölzer durch die hohlen Steine schieben.• Nun Polster auflegen und fertig ist die Sitzgelegenheit. Foto: Ivana Biscan

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