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    VEITSHÖCHHEIM

    Was jetzt im Garten zu tun ist

    Die Himbeeren blühen! Und können deshalb etwas Ausdünnung gut gebrauchen, sagt die Gartenfachfrau der LWG. Foto: Linchevskiy

    Zum Glück hat es die „kalte Sophie“ gut mit den Gärtnern gemeint. Im ganzen Monat Mai gab es keinen Frost, alle Beete sind bepflanzt und besät – zumindest im Gemüse-Schaugarten der Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) in Veitshöchheim. „Die letzten sind Yacon und Süßkartoffeln“, sagt Marianne Scheu-Helgert. „Mit ihrer Pflanzung könnte man auch bis Juni warten, was aber den Nachteil hat, dass sich im Topf oft ringförmige Wurzeln bilden.“

    Wenn die Setzlinge so bis in ein, zwei Wochen Fuß gefasst haben und dann wohl so richtig loslegen, lohne sich ein Besuch der Schaufläche der LWG ganz besonders. Dann, sagt Scheu-Helgert, erhalten die Beete auch jeweils eine Infotafel mit ausführlichen Erläuterungen zu Sortimenten und Sortennamen.

    Aber hier geht's um den Garten daheim: Was können Hobbygärtner tun, damit alles möglichst lange prächtig gedeiht? Was rät die Gartenbauakademie Grünliebhabern jetzt Anfang Juni?

    Obst braucht Schutz

    Kaum dass die Erdbeeren etwas rot werden, schon freuen sich die Amseln und picken in die Früchte, warnt Marianne Scheu-Helgert. Vögel lieben natürlich auch Kirschen. Damit Hobbygärtner auch noch etwas von der Ernte abbekommen, rät die Expertin dazu, früh die Früchte mit dünnen Netzen zu schützen. Sind die Kirschbäume sehr hoch, können einzelne Äste mit Netzen umgeben werden. Und Vorsicht: Nicht nur Vögel haben es auf reifende Erdbeeren abgesehen, auch Schnecken fressen sich gerne durchs Beet. „Daher jeden Abend eine Tour durch den Garten machen und Schnecken einsammeln.“ Die Tiere dann mit kochendem Wasser überbrühen „oder an Ort und Stelle durchschneiden – das bedeutet wenigstens noch den schnellsten Tod“.

    Tomaten brauchen ein Dach

    Ob rote Cocktail-, gelbe Wild- oder grüne Zebra-Tomate, ob klein oder groß – die im eigenen Garten und auf dem Balkon geernteten Tomaten schmecken am besten. Wer allerdings seine Lieblingssorte gleich selbst ansäen will und daher die Kerne schon mal einfach herauspulen, trocknen und im Kühlen am besten in einem Gefrierbeutel aufbewahren will, sollte darauf achten, dass es sich nicht um sogenannte Hybrid- oder F1-Sorten handelt. Das sind speziell gezüchtete Samen, die sich nicht mit gleichen Eigenschaften vermehren lassen, erklärt die Expertin. Für den eigenen Anbau rät sie zu einem Mix aus einigen Hybridsorten und einigen „verrückten“ Sorten. Wer mit der Säure der Tomaten Probleme hat, dem empfiehlt die Fachfrau Eiertomaten. Gelbe und schokoladenfarbige Sorten bringen überraschende Farbeffekte in die Salatschüssel.

    Um übrigens der gefährlichen Kraut- und Braunfäule entgegenzuwirken, ist ein Dach über den Tomaten wichtig. „Gewächshäuser eignen sich oft weniger gut. Die meisten lassen sich zu wenig lüften und es kommt zu einer Schwitzwasserbildung.“ Als Dach reiche notfalls ein heller Sonnenschirm, besser ist ein folienbespanntes Dach. „Wichtig ist, um die Kraut- und Braunfäule zu verhindern, dass die Blätter der Tomaten nicht nass werden.“ Als besonders widerstandsfähig gegen die Krankheit haben sich nach Einschätzung von Scheu-Helgert die Hybridsorte „Philovita F1“ und die samenechte – also selbst aus Samen vermehrbare – „Primabella“ erwiesen. Damit die Tomaten gut gedeihen, ist regelmäßiges Düngen wichtig. Scheu-Helgert favorisiert das Mulchen. Als problemloses, naturnahes Material, das den Boden mit Stickstoff und Kalium anreichert, gilt hauchdünn aufgetragener Rasenschnitt. Entscheidend dabei ist, dass der Rasenschnitt keine Unkrautsamen enthält. „Vier Kilo Rasenschnitt – oder auch Brennnesselblätter – entsprechen etwa 100 Gramm Hornmehl oder Blaukorn.“

    Himbeersträucher brauchen die Schere

    „Jetzt blühen vielerorts die sommertragenden Himbeersorten“, sagt Scheu-Helgert. Abgesehen davon, dass man nicht vergessen sollte, dass auch Beerensträucher auf sehr trockenem Boden immer wieder etwas gegossen werden müssen, gilt es vor allem, frühzeitig schwache Triebe am Boden wegzuschneiden. „Eine Pflegemaßnahme, die auch herbsttragende Himbeersorten stärkt. Es sollte im Schnitt alle 15 Zentimeter ein starker Trieb stehen“, erklärt Scheu-Helgert. Um kräftige, gesunde Früchte an Obstbäumen zu ernten, empfiehlt die Expertin auch hier, kleine Früchte oder Früchte, die zu nah nebeneinander wachsen, auszudünnen, indem sie weggeschnitten werden. „Je mehr Platz die einzelnen Früchte haben, desto größer werden sie.“

    Salat braucht Nachschub

    „Auch wenn die erste Salaternte vielleicht schon reichlich ausgefallen ist, jetzt sollte nachgepflanzt werden.“ Scheu-Helgert empfiehlt Romana-Salat und Eichblatt. Letzterer eigne sich übrigens auch für den Balkon. Wer das Salatherz beim Abschneiden erhält, ermöglicht es der Pflanze sogar, weiterzutreiben, und man freut sich über eine zweite Ernte.

    Tipps: Weitere Informationen finden sich auf der Internetseite der Bayerischen Gartenakademie: www.lwg.bayern.de

    Führungen: Bis September führt die Gartenakademie in Veitshöchheim jeweils am ersten Donnerstag im Monat „Quer durch den Garten“ und gibt Einblick in die Arbeitsbereiche. Am 7. Juni geht es um Gemüse, Beet- und Balkonpflanzen und artenreiche Ansaaten. Am 5. Juli stehen der Garten als Lebensraum, Bienenpflanzen, Nützlingsförderung und artenreiche Ansaaten im Mittelpunkt. Am 2. August geht's um den goldenen Feuerwein und Hausreben, am 6. September um Stauden und Gehölze. Beginn jeweils

    18 Uhr, Kosten 5 € pro Person.

    Treffpunkt am Informationsschalter im Hauptgebäude, An der Steige 15 in Veitshöchheim.

    Von unserer Mitarbeiterin Daniela Hungbaur

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