• aktualisiert:

    CORONAVIRUS

    Coronavirus und Hochzeit: Das müssen Brautpaare jetzt wissen

    Hochzeitsabsage wegen Coronavirus       -  Viele Paare, die 2020 heiraten wollen, bangen wegen der Ausbreitung des Coronavirus um ihre Hochzeit.
    Viele Paare, die 2020 heiraten wollen, bangen wegen der Ausbreitung des Coronavirus um ihre Hochzeit. Foto: fizkes (iStockphoto)

    Das Coronavirus hat Deutschland und die ganze Welt fest im Griff.  Beinahe minütlich trudeln neue Informationen ein . Sämtliche Geschäfte wurden bereits geschlossen. Veranstaltungen wurden abgesagt. Das hat auch Auswirkungen auf Hochzeiten und die Hochzeitsdienstleister.

    Dass große Verunsicherung sowie Enttäuschung und Trauer herrschen merken wir auch in unserer Facebook-Gruppe „Heiraten in Franken“. Brautpaare berichten davon, dass Locations bereits abgesagt haben, teilweise sogar für Hochzeitstermine im Juni. Zudem sind Standesämter bereits geschlossen. Wenn Trauungen überhaupt abgehalten werden, dann nur mit stark begrenzter Gästezahl. Dienstleister rufen dazu auf, sich Termine für 2021 zu sichern, da diese durch die Absagen 2020 voraussichtlich schnell ausgebucht sein werden.

    Das Problem: Hochzeiten sind lange im Voraus geplant. Dienstleister und Location schon lange gebucht. Nicht selten planen Braut und Bräutigam ihren großen Tag ein bis zwei Jahre lang. Da kommen gut und gerne Kosten zwischen 10.000 und 15.000 Euro zusammen.

    Wir haben mit Hochzeitsplanerin Daria Wolfrum von Feierei & Liebelei aus Hof (Oberfranken) gesprochen. In den folgenden fünf Fragen erfahren betroffene Brautpaare, worauf sie jetzt achten müssen und was sie tun können.

    1. Was können Brautpaare jetzt tun?

    Hochzeit planen       -  Hinter Feierei & Liebelei steckt Daria Wolfrum. Seit 2018 macht sie den Hochzeitstag vieler Paare noch schöner.
    Hinter Feierei & Liebelei steckt Daria Wolfrum. Seit 2018 macht sie den Hochzeitstag vieler Paare noch schöner. Foto: CP-Fotografie

    „Es ist sehr wichtig, dass Braut und Bräutigam zu allen Dienstleistern und Ämtern in ständigem Kontakt stehen. Da die Lage so dynamisch ist, können sich Entscheidungen schnell ändern“, rät die 25-Jährige.

    Grundsätzlich sollten sich Brautpaare also bei der Stadt, dem Landkreis oder Ordnungsamt informieren. Auf den Homepages der Landkreise sind in der Regel bereits wichtige Infos zu finden. Achtung:  Grundsatzbestimmungen können sich auch jederzeit wieder ändern.

    Auf der Webseite corona.weddingrelations.de informieren Wedding Relations, eine Agentur für Hochzeitsdienstleister, sowie der Bund deutscher Hochzeitsplaner kostenlos über die aktuelle Lage zum Coronavirus. Brautpaaren mit Terminen im Mai, Juni und Juli 2020 rät der Bund deutscher Hochzeitsplaner: „Abwarten und Ruhe bewahren.“

    Unser Tipp: Legen Sie sich eine Liste mit allen Telefonnummern und Adressen Ihrer Dienstleister und Gäste an. So können Sie alle wichtigen Personen schnell kontaktieren.

    2. Die Hochzeit wird wegen dem Coronavirus verschoben – was sind die nächsten Schritte?

    Wie mit dem Coronavirus und den dadurch entstehenden Auswirkungen umgegangen werden soll, ist für alle neu. Das A und O ist ein intensiver Austausch. „Auch hier gilt: Ständig Kontakt mit Location, Ämtern und sonstigen Dienstleistern halten“, sagt Wedding Plannerin Daria Wolfrum. Würden alle Hochzeiten aus 2020 auf 2021 verschoben werden, bedeutet das für Hochzeitsdienstleister einen kompletten Verdienstausfall.

    Kleinere Anbieter könnte das die Existenzgrundlage nehmen. Deshalb sind Flexibilität und Einfallsreichtum gefragt. Einige Dienstleister bieten besondere Kulanzregelungen an. Möglicherweise kann die Hochzeit auf einen späteren Termin 2020 geschoben werden. Die Feier findet dann nicht an einem Samstag statt, sondern womöglich an einem Donnerstag.

    Unser Tipp: Wenn Ihre Hochzeit verschoben werden muss, sprechen Sie mit Ihren Dienstleistern. Sie haben ebenfalls ein Interesse daran eine gemeinsame Lösung zu finden.

    3. Bleiben Brautpaare auf den Kosten für ihre Hochzeit jetzt sitzen?

    Die wohl wichtigste Frage: „Kriege ich mein Geld zurück?“ Sagen Sie beispielsweise aus Angst vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus Ihre Hochzeitsfeier ab, tragen Sie bis zu 100 Prozent der Kosten. Wird Ihre Hochzeit von Seiten der Behörden abgesagt, kommt es auf den Grund und die Region an. „Ob und wie eine Stornierung möglich ist, ist von vielen verschiedenen Faktoren abhängig. Bitte sprechen Sie unbedingt mit allen gebuchten Dienstleistern“, teilt der Bund deutscher Hochzeitsplaner mit.

    Komplizierter wird es, wenn Sie im Ausland feiern wollen. Der Rat der Hochzeitsprofis: „Maßgeblich sind der Zeitpunkt und der Grund der Stornierung. Handelt es sich um höhere Gewalt, ist meist kein Geld zurück zu holen. Bitte prüfen Sie immer anwaltlich, was auf Ihren speziellen Fall zutrifft.“ Die Wedding Plannerin hinter Feierei & Liebelei gibt zu bedenken: „Jeder von uns ist neu in dieser Krise und muss dementsprechend prüfen, welche Leistungen bereits erbracht worden sind oder welche sich auf einen späteren Zeitpunkt verschieben lassen.“

    Unser Tipp: Sprechen Sie mit jedem Dienstleister separat, da nach deutschem Recht zunächst der Vertrag des Dienstleisters gilt.

    4. Welche Auswirkungen hat das Coronavirus auf die Hochzeitsdienstleister?

    Derzeit sind laut Feierei & Liebelei vorerst die Hochzeiten von März und April, eventuell auch Mai, betroffen. Wie stark sich die Krise auf insbesondere kleinere Unternehmen auswirkt, sei bisher noch unklar. Deshalb appelliert die 25-Jährige an alle: „Lass uns zusammenhalten und so eine weitere Verbreitung des Virus eindämmen. Nur so kann die Hochzeitssaison 2020 gesichert werden.“

    Unser Tipp: Wenn Ihnen ein Dienstleister für eine anstehende Hochzeit absagen muss oder Ihre Feier verschoben wird, haben Sie Verständnis. Sie haben sich aus bestimmten Gründen für einen Hochzeitsfotografen, eine Location, einen Trauredner entschieden. Die Dienstleister werden Ihnen diese Leistungen auch zu einem späteren Zeitpunkt anbieten.

    5. Wie können Brautpaare ihre Hochzeitsdienstleister in der Corona-Krise unterstützen?

    Nicht nur für Braut und Bräutigam bedeutet eine abgesagte Hochzeit der Verlust von viel Geld. Für Hochzeitsdiensleister ist dieses Geld die Lebensgrundlage. „Wenn es Ihnen möglich ist, verschieben Sie Ihre Hochzeit und sagen sie diese nicht ab. Nur so hilft man den gebuchten Dienstleistern“, weiß die Hoferin. Dieses Vorgehen hat sogar Vorteile für das Brautpaar:

    • Sie müssen nicht erneut auf die Suche nach Hochzeitsdienstleistern gehen.
    • Es sind keine neuen Gespräche über Vorstellungen und Wünsche nötig.
    • Gemachte Pläne wie Menü und Musikauswahl können beibehalten werden.

    Unser Tipp: Unterstützen Sie Ihre gebuchten Dienstleister, damit sie ihre Leistungen auch in der nächsten Saison noch anbieten können.

    Ein abschließender Rat für alle Brautpaare und Dienstleister

    Die Corona-Krise stellt derzeit Regierungen, Bürger und Unternehmen vor neue Herausforderungen. Dennoch lohnt es sich, positiv in die Zukunft zu blicken. Der Wunsch von Feierei & Liebelei: „Halten Sie durch und warten Sie ab, was die Zeit bringt. Es stecken alle im selben Boot. Egal ob Brautpaar, Dienstleister, Location oder Freunde und Bekannte. Zusammenhalt, Abstand halten, soziale Kontakte meiden – darauf kommt es an. So können wir diese Krise gemeinsam ohne Panik überstehen.“

    Alles, was Brautpaare rund um die Corona-Krise wissen sollten 

    Weitere Informationen rund um Coronavirus und Hochzeit

    Auf der oben erwähnten Webseite corona.weddingrelations.de werden Infos zur aktuellen Entwicklung bereitgestellt. Außerdem können Sie sich in unserer Facebook-Gruppe "Heiraten in Franken" über Corona aber auch alle anderen Themen rund ums Heiraten austauschen. Für mehr Inspirationen können Sie uns auf Instagram abonnieren.

    Kommentare (0)

      Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!