• aktualisiert:

    WÜRZBURG

    Rentenbescheide: Einfach ist nicht gerade leicht

    Papierkram bleibt Rentnern nicht erspart - viele müssen eine Steuererklärung abgeben. Foto: Robert Günther, dpa

    Seit 2002 Jahren gibt es die Renteninformation der Gesetzlichen Rentenversicherung. Einmal im Jahr bekommen Arbeitnehmer ab 27 Jahren diese zugesandt. Wer 55 Jahren und aufwärts ist, bekommt alle drei Jahre eine ausführliche Rentenauskunft mit Versicherungsverlauf und Erläuterungen zum Rentenbeginn. Das ist noch kein Rentenbescheid, lässt aber schon erahnen, wie viel Rente man später einmal bekommen wird. Doch was steht genau in diesem Brief? Wie sind die Renteninformation zu lesen und was bedeutet sie?

    „Mit der Renteninformation soll jeder Beschäftigte ein Gefühl dafür bekommen, was ihn im Alter erwartet“, sagt Bettina Fieseler von der Deutschen Rentenversicherung in Würzburg. Jeder, der mindestens fünf Jahre rentenversichert ist, bekommt diese Information. Es lohne sich auch, den Versicherungsverlauf zu kontrollieren und gegebenenfalls Unterlagen, wie Geburtsurkunden der Kinder oder ein Studienbuch nachzureichen.

    Bürger finden amtliche Schreiben unverständlich

    Laut einer aktuellen Umfrage haben 86 Prozent der Bürger Probleme mit amtlichen Schreiben, 70 Prozent wünschen sich dafür eine einfach und klare Ausdrucksweise. 84 Prozent halten es für wichtig, dass amtliche Schreiben besser werden. Die Deutsche Rentenversicherung hat sich das zu Herzen genommen und will ihre Schreiben vereinfachen.

    Burkhard Margies vom Deutschen Forschungsinstitut für öffentliche Verwaltung ist gerade dabei, die rund 10 000 Bescheidtexte – von Reha bis Altersrente – sprachlich zu vereinfachen. „Wir verwenden nun kürzere Sätze, die Fachbegriffe werden besser erklärt und die Bescheide wurden persönlicher“, sagte Margies. „Es sind manchmal Kleinigkeiten, die zu mehr Transparenz führen.“ Auf jedem Rentenbescheid stehen zum Beispiel nun Vor- und Nachnamen und nicht nur die Versichertennummer. Auch die Texte in den Anschreiben sind freundlicher formuliert.

    Weniger Beratungsbedarf

    Wer heute einen Rentenbescheid erhält, der findet gleich auf der ersten Seite die wichtigsten Zahlen und Informationen: Die Höhe der Rente und ab wann diese gezahlt wird. Etwa 300 000 Euro pro Jahr gibt die DRV derzeit für die Vereinfachung ihrer Schreiben aus. Eine Geldanlage, die sich auszahle, denn es gebe spürbar weniger Beratungsbedarf und die Versicherten verstünden schon jetzt die Schreiben deutlich besser, sagt Margies. Insgesamt bekommen die Versicherten beim Rentenbescheid zum Beispiel 30 Prozent weniger Seiten zugesandt, mit einem modernen Schriftbild und einer klaren Gestaltung.

    Apps werden in Zukunft über die Rente informieren

    Geplant ist nach Wunsch der Großen Koalition eine einheitliche Versorgungsinformation, auf der auch betriebliche Altersvorsorge, Riester-Rente und private Rentenversicherungen aufgeführt werden. „Ziel ist, dass die Versicherten einen besseren Überblick über ihre finanzielle Situation im Alter bekommen“, sagt Reinhold Thiede, Leiter des Bereichs Forschung bei der Deutschen Rentenversicherung Bund. Dabei sei auch denkbar, dass dies über Apps erfolge. Laut Thiede wird es aber noch mindestens ein Jahr dauern, bis die erste säulenübergreifende Vorsorgeinformation kommt – und dann vermutlich nur in einem ersten Teilschritt.

    Intensivgespräch zur Altersvorsorge

    Wie sieht es mit Ihrer Altersvorsorge aus? Wie hoch ist Ihre zu erwartende Rente? Sollten Sie noch zusätzlich vorsorgen oder reicht das, was Sie bis jetzt schon haben? Die Renten-Experten der Deutschen Rentenversicherung Nordbayern informieren nicht nur über Ihre gesetzliche Rente, sondern sprechen auch mit Ihnen über die Möglichkeiten der zusätzlichen Altersvorsorge. In einem „Intensivgespräch Altersvorsorge“ bietet die Rentenversicherung eine Analyse Ihrer Versorgungssituation an.

    Die Beratungsstellen werden am Servicetelefon der Deutschen Rentenversicherung Nordbayern unter Tel. (0800) 1000 480 18 mitgeteilt.

    Weitere Artikel

    Kommentare (0)

    Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!