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    Würzburg / Schweinfurt

    Das sind die fiesesten Betrugsmaschen

    Viele Betrugsmaschen finden über das Telefon statt. Foto: Jan-Philipp Strobel, dpa

    "Betrügereien gehören in ihrer ganzen Bandbreite zum Tagesgeschäft der unterfränkischen Polizei", sagt Michael Zimmer vom Polizeipräsidium Unterfranken. Im Jahr 2018 erfassten die Ermittler allein in Würzburg über 7000 Betrugsdelikte. Dabei müsse "von einer hohen Dunkelziffer ausgegangen werden", so Zimmer weiter. Die Aufklärungsquote lag unterfrankenweit bei gut 54 Prozent.

     

    Täter operieren aus der Türkei und Osteuropa heraus

    Vor allem Delikte aus dem sogenannten Callcenterbetrug beschäftigen laut Zimmer die unterfränkischen Beamten: 1787 Delikte seien im Jahr 2018 angezeigt worden, sieben Tatverdächtige habe man in dem Zusammenhang festnehmen können. Trotz zahlreicher Aufklärungskampagnen lassen sich laut Polizei gerade Senioren von den professionell geschulten Tätern täuschen. Die Gruppen operierten aus Callcentern in der Türkei oder Osteuropa heraus, was die Ermittlungen erschwere.

    Konkret geben sich die Betrüger als Polizisten oder Angehörige aus, setzen ihre Opfer durch geschickte Gesprächsführung unter Druck und versuchen so, sie dazu zu bewegen, ihnen Geld zu übergeben. 2018 zählte die unterfränkische Polizei über 1350 "falsche Polizisten"; durch die Betrugsmasche entstand ein Gesamtschaden über 1,3 Millionen Euro.

    Kaum eine Masche beschäftigt unterfränkische Ermittler so wie der "falsche Polizist". Foto: Martin Gerten, dpa

    Auch der Enkeltrickbetrug steht bei den Tätern noch immer hoch im Kurs. 432 Fälle gab es im vergangenen Jahr in der Region. Immerhin: "Uns gelingt es in diesem Bereich auch immer wieder sogenannte Geldabholer – dank der hervorragenden Unterstützung von Zeugen – vor Ort festzunehmen", sagt Zimmer. Auch Bankangestellte seien inzwischen sensibilisiert, wenn gerade ältere Kunden plötzlich hohe Geldbeträge abheben wollen.

    Klassische und digitale Maschen

    "Grundsätzlich kann man zwischen eher klassischen Betrugsformen und denen des digitalen Zeitalters unterscheiden", erklärt Polizeisprecher Zimmer. Zu den klassischen Maschen zählten Betrügereien mit Dienstleistungen, für die ein "Wucherbetrag" verlangt werde. Aber auch Fälle von Tankbetrug an der Zapfsäule, Verkäufern, die Billigware zu weit überteuerten Preisen verkaufen wollen, und Betrügereien "rund um den Gebrauchtwagenautokauf", beschäftigen die Beamten. Bei neuen Maschen spielen Schadsoftware, Kryptowährungen und Erpressungen über soziale Medien eine Rolle.

    Wir stellen acht der verbreitetsten Maschen vor und fragen die Polizei, wie man sich gegen die Strategien der Betrüger schützen kann:

     

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