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    Würzburg

    8 Punkte: Was zum Hafensommer gesagt werden muss

    Der 13. Hafensommer ist eröffnet: Das Philharmonischen Orchester Würzburg bei der Classic Night. Foto: Patty Varasano

    Der 13. Würzburger Hafensommer ist eröffnet! Die sponsernde Sparda Bank hatte wieder zur „Classic Night“ geladen und hunderte kostenlose Karten verlost. Traditionell spielte beim ersten Abend auf der schwimmenden Bühne vor dem Heizkraftwerk das Philharmonische Orchester – und am Ende gab es auf den vollbesetzten Betontreppen viel Applaus. So weit, so gut, so erwartbar. So bewährt, so bekannt. Muss man da überhaupt noch was sagen?

    Ein paar Notizen und Bemerkungen sollen doch schriftlich festgehalten sein.

    Notiz eins: Das Philharmonische Orchester des Mainfranken Theaters hat eine intensive, dichte, große Spielzeit hinter sich. Mit sechs Sinfoniekonzerten, zig Kammerkonzerten, Sonderkonzerten, Operpremieren – der fordernden, grandiosen „Götterdämmerung“ am Ende inklusive. Der Moderator der klassischen Hafensommer-Nacht, Johannes Engels, wies zurecht darauf hin. Denn: Wie schafft man es, am Saisonende trotzdem so wach und frisch zu klingen?

    Notiz zwei: Dass da eine Stadt für ihr musikalisches Sommer-Frischluft-Festival auf so ein spielfreudiges, gutes, zu jeder klanglichen Dynamik-fähigen Ensemble zurückgreifen kann – keine Selbstverständlichkeit. Die Lust, Genregrenzen zu überschreiten, bewies das Philharmonische Orchester auch wieder: dieses Mal mit Jazz. Nach der Pause gaben die Musiker unter der Leitung der ersten Kapellmeisterin Marie Jacquot den „Hintergrund“ für das israelische Trio Shalosh. Ein Wagnis – das gut gelang.

    Das Stichwort Marie Jacquot zwingt zu . . .

    Notiz drei: Es war, leider, ihr letzter Konzert-Auftritt als stellvertretende Generalmusikdirektorin. Sie wechselt bekanntlich als Kapellmeisterin an die Deutsche Oper am Rhein.

    Ein letztes Dirigat: Marie Jacquot, die erste Kapellmeisterin, sagt Adieu.  Foto: Patty Varasano

    Notiz vier: Wer als Ensemble, das auch die leisen, feinen Töne beherrscht, beim Hafensommer spielt, hat's manchmal nicht leicht. Und passagenweise gegen Gelächter und Gekreische aus den Fahr- und Belustigungsgeschäften auf der anderen Mainseite keine Chance. Wobei, so ein „Orientalischer Festmarsch“ wie der von Carl Nielsen den Kiliani-Festzelt-Gesängen mit schmissigem Blech schon Paroli bieten kann.

    Notiz fünf: Am Samstag, beim karibischen Abend mit Juan de Marcos und seinen Afro-Cuban All Stars, war der Kampf um Dezibel schon gewonnen: Son und Danzón gab's mit so viel Schwung wie Dezibel.

    „Shalosh“: das israelische Trio setzte die Reihe exzellenter Jazzmusik beim Hafensommer fort. Foto: Patty Varasano

    Als Notiz sechs sollen unbedingt Pianist Gadi Stern, Kontrabassist David Michaeli und Schlagzeuger Matan Assayag erwähnt sein. Der Hafensommer bringt ja immer wieder exzellente Jazzmusiker nach Würzburg. Und „Shalosh“ aus Israel würde man gerne mal einen ganzen vollen Abend lang hören.

    Bleibt Notiz sieben: Erinnert sich eigentlich noch jemand, dass der Hafensommer vor ein paar Jahren mal kurz vor dem Aus stand, abgesagt werden sollte und im Stadtrat zur Disposition stand?

    Notiz acht: Der Hafensommer läuft bis zum 4. August. Das Konzert des Moka Efti Orchestra (verantwortlich für die Musik der erfolgreichen Serie „Babylon Berlin) ist seit Wochen ausverkauft. Für die Konzerte der Hamburger Indie-Band „Kettcar“ an diesem Freitag und des Berliner Hip Hop-Kollektivs „Käptn Peng und die Tentakel von Delphi“ am 1. August sind die Karten auch schon sehr knapp. Wenn das Wetter so schön bleibt, könnten die 15 000 Besucher, die sich das veranstaltende Team vom Kulturamt wünscht, schon zusammenkommen.

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