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    Würzburg

    Ambros pur mit brüchiger Stimme und spitzbübischem Charme

    Die Austropop-Legende Wolfgang Ambros kämpfte sich wacker und gut gelaunt durchs Konzert in der Würzburger Posthalle. Seine beiden Musiker spielten eine wichtige Rolle.
    Wolfgang Ambros präsentierte "Ambros Pur" in der Würzburger Posthalle.  Foto: Johannes Kiefer

    Die Stimme brüchig, die Geschichten zwischen den Songs oft etwas arg spontan - Wolfgang Ambroswirkt bei seinem Auftritt am Freitag in der Würzburger Posthalle manchmal ein bisschen wie seine Singer-Songwriter Vorbilder Tom Waits und Bob Dylan, die in ihren späten Jahren auch einen rüden, fragilen Straßen-Anstrich an sich kleben haben. Im Gegensatz zu den Amerikanern besitzt Ambros aber einen spitzbübischen, hintergründigen Charme, mit dem er sich dann doch durch die rund zwei Stunden Programm rettet. Und für den ihn die rund 500 Besucher lieben.

    Kein Konzert ohne eine Lied von Georg Danzer

    "Ambros pur": Das bedeutet, die Songs des Austro-Pop-Pioniers schnörkellos dargebracht in reduzierter Trio-Besetzung. Mit Günther Dzikowski an diversen Tasteninstrumenten und Roland Vogel an den Gitarren ist dies aber eine runde Sache. Die beiden Musiker "hauen" Ambros immer wieder raus, wenn der mal gerade den ersten Akkord nicht parat hat, und sie lachen vollmundig mit ihm und dem Publikum, wenn der 66-Jährige sich in seinen Ansagen verheddert. Dem Autor solcher Klassiker wie "Da Hofa" oder "Zwickt´s mi" lassen sie jedes Zaudern durchgehen.

    Der wiederum kämpft sich wacker und gut gelaunt durch seinen Lied-Katalog und nimmt sich mit Songs wie "Tendenz zur Demenz" auch mal selbst aufs Korn. Seinem alten, 2007 verstorbenen Freund Georg Danzer ("ich spiel kein Konzert ohne ein Lied von ihm") widmet er dessen "Lass mi amoi no d'sunn aufgeh' segn". Und bei einer seiner schönsten Balladen "Du bist wie die Wintersun" packt Ambros auch die Mundharmonika aus.

    Halspastillen und launig-böse Lieder 

    Hatte der gebürtige Wiener in der ersten, rund dreiviertelstündigen Runde noch eher dunklere Töne angeschlagen, kommt er nach einer Pause beinahe wie ausgewechselt zurück. Ob es an ein paar weiteren Halspastillen lag, die ihm nach dem dritten Stück bereits ein Roadie gebracht hatte: Ambros´ Stimme kratzt weniger. Und er packt einige der launig-bösen Lieder aus wie das drogengeschwängerte "Schwarzer Afghane", ein heute dem im Publikum sitzenden Hannes gewidmetes Geburtstagslied und die mehrfach lautstark aus den Reihen geforderte Liebeserklärung an die "Blume aus dem Gemeindebau".

    Da hält es irgendwann niemanden mehr auf den Sitzen. Und als die dritte Zugabe "Schifoan" erklingt, klatschen alle im Stehen, und auch der letzte Kritiker des mühsam begonnenen Konzerts scheint versöhnt. Weil er, ebenso wie Ambros selbst weiß: Irgendwie hat er es auch heute Abend doch wieder gepackt.

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