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    WÜRZBURG

    Angenehm für die Ohren

    Wann hat man bei einem Konzert schon einmal erlebt, dass sich der Dirigent hinsetzt, ins Publikum lächelt und mit wenigen Handbewegungen das Orchester weiterführt? So geschehen beim Mozartfest-Konzert mit Concerto Copenhagen und seinem Leiter Lars Ulrik Mortensen im Trio des Menuetts von Joseph Haydns Sinfonie Nr. 34. Vielleicht wollte Mortensen zeigen, wie präzise und zuverlässig sein auf historischen Instrumenten spielendes Orchester reagiert, denn ansonsten dirigierte er äußerst engagiert. Er malte mit seinen Bewegungen gewisseweise die Musik zu einem intensiven Erleben aus.

    Haydns Sinfonie beginnt ernst mit einem düster-verträumten Moll-Adagio. Schwermütige Seufzer machen im Allegro mit witzigen Echoeffekten einer stürmischen Dur-Stimmung Platz. Das Menuett wirkte nicht – wie oft bei Haydn – stampfend, sondern liebenswert quirlig. Im Schlusssatz brach mitreißender, humorvoller Festtagsjubel aus.

    Eingeleitet worden war der Abend mit der g-Moll Sinfonie von Friedrich Ludwig AEmilius Kunzen (1761 bis 1817). Der gebürtige Lübecker, wird gelegentlich „Mozart des Nordens“ genannt. In der Tat kann sich diese Sinfonie mit ihren Kontrasten, ihren zauberhaften Piano-Effekten und ihrem wirbelnden Schluss durchaus hören lassen, vor allem, wenn sie so knackig und frisch musiziert wird wie im Kaisersaal der Würzburger Residenz.

    Temperamentvolle Solistin

    Ragna Schirmer war Solistin am Hammerflügel in Mozarts Klavierkonzert Nr. 12. Der Komponist bezeichnete dieses Werk als „Mittelding zwischen schwer und leicht“, als „sehr brillant“ und „angenehm für die Ohren“. Leicht allerdings ist dieses virtuose Konzert nicht, vor allem wenn es so nuancenreich feingliedrig musiziert wird. Die rasenden Läufe wurden in der Tat angenehm für die Ohren, vor allem auch im frischen Zusammenspiel zwischen Solistin und Orchester.

    Temperamentvoll und mit Spielwitz ging Schirmer auch Haydns Klavierkonzert Nr. 4 in G-Dur an. Anmut und quirlige Lebensfreude kennzeichnen dieses Werk. Die Tempi wuchsen natürlich aus der Musik. Unsauberkeiten oder Flüchtigkeitsfehler kennt die Pianistin nicht. Sie hat einen unglaublichen Sinn für musikalische Architektur und machte damit Haydns Musik zu einem bezaubernden Erlebnis.

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