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    Würzburg

    Bosse: Ein guter Kerl für die gute Sache

    Peppiger Indie-Pop-Rock mit Weichspüleffekt: Bosse bot bei einem Konzert in Würzburg die Musik, die man von ihm kennt. Interessanter ist indes seine Person.
    Sänger und Gitarrist Bosse, bürgerlich Axel Bosse, gastierte in Würzburg (Archivbild). Foto: Matthias Balk, dpa

    Bosses aktuelle Tour ist nach seinem siebten Studio-Album "Alles ist Jetzt" benannt. Vorband in Würzburg war die Berlinerin Valentine, die schon lange mit ihm unterwegs ist und auch in seiner Band an den Tasten sitzt und singt.

    In einem funkelnden Glitzerkostüm singt sie ihre Balladen, die ähnlich klingen, wie ihr Anzug aussieht. Die rührseligen Texte bereiten auf das vor, was dann Bosse und seine Band mit etwas mehr Pfeffer garnieren.

    Über was Bosse sang

    Peppiger Indie-Pop-Rock mit Weichspüleffekt, tiefgründige Texte: Bosse singt über Emotionen, persönliche Erfahrungen, verklärte Erinnerungen und das Leben. Eben alles, was ins deutsche Radio gehört. Die Bühne zieren zwei riesige Eis am Stiel in Form von Händen, die ihre Finger zum Friedenszeichen ausstrecken. Dieses nostalgische Gimmick findet sich auch auf den T-Shirts, Mützen und Socken von Bosse.

    Die Live-Band besteht unter anderem aus Schlagzeuger Björn Krüger, Gitarrist Thorsten Sala und Bassist Theofilos Fotiadis, Ex-Mitglieder der Band Uncle Ho und Heyday, und Pianist Tobias Philippen. Neben dem üblichen Rock-Line-Up sind auch Bläser, Streicher und Percussion mit auf der Bühne. Insgesamt sind die Songs wirklich vielschichtig arrangiert und machen live Spaß beim Zuhören.

    Wie Bosse drauf ist

    Aber viel interessanter ist Axel Bosse selbst. Er ist nicht nur sauwitzig, sondern kann auch ernst. Er zeigt klare Kante gegen die rechte Flanke und erklärt, dass die Zeit mehr als reif sei, "das Maul aufzumachen". Was er auch tut, denn danach folgt ein Song, der in kritischen Gedanken an Pegida entstanden ist. Dabei formen sich die riesigen Peace-Flutschfinger zu erhobenen Mittelfingern. Das ist deutlich.

    Außerdem unterstützt Bosse schon seit vielen Jahren die Hilfsorganisation "Viva Con Agua", die auch an diesem Abend unermüdlich  Spenden für ihre Projekte sammelten. Dazu passend erzählt Bosse von seinen Erfahrungen in Äthiopien und den katastrophalen Zuständen der Wasserversorgung in diesem Land.

    Warum Bosse auch Fußball spielt

    Nebenbei kickt er seit zehn Jahren mit den FC St. Pauli Hamburg Allstars beim Benefiz-Spiel "Kicken mit Herz" gegen die Ärztemannschaft Placebo Kickers. Im Oktober 2015 sang er im Rahmen des Konzerts "Wir. Stimmen für geflüchtete Menschen" in München, im Jahr darauf gab er ein weiteres Benefiz-Konzert für "Pro Asyl" und "Hanseatic Help". 2019 spielte er für die Teilnehmer der Fridays for Future Demo in Jena.

    Bosse ist einfach ein sympathischer Kerl, der sich Gedanken um die Welt macht und Einsatz für die gute Sache zeigt. Er hat sich seinen Platz auf der Bühne verdient.

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