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    Bregenzer Festspiele: Riesenkopf für Rigoletto

    Bregenzer Festspiele - "Rigoletto"
    Eine Szene der Oper „Rigoletto“ von Verdi bei der Fotoprobe auf der Seebühne im Rahmen der Bregenzer Festspiele. Foto: Felix Kästle, dpa

    Die Hauptfigur in Giuseppe Verdis Oper „Rigoletto“ muss viel ertragen. Der gleichnamige Hofnarr amüsiert sich zunächst mit seinem lüsternen Herzog – aber seine eigene Tochter Gilda sperrt er zu Hause ein, um sie vor Männern zu schützen. Doch es kommt – natürlich – wie es kommen muss: Gilda wird entführt, und der Vater muss zunächst Sorge, dann Angst und Hoffnungslosigkeit durchstehen. Und sein Verfall ist an diesem Mittwochabend bei den Bregenzer Festspielen deutlich zu sehen: Im Zentrum des Bühnenbildes steht ein knapp 14 Meter hoher Kopf aus Fassadenputz, Stahl und Holz, der eine riesige zweite Version des Hofnarrs darstellt.

    Und je mehr Rigolettos Verzweiflung wächst, umso mehr verliert der Kopf an Substanz. Erst fehlen die Augäpfel, dann fällt die Nase ab, und zum Schluss werden ihm noch die Zähne gezogen. Es ist eine ebenso verblüffende wie greifbare Inszenierung, die Philipp Stölzl auf die bekannte Seebühne am österreichischen Bodenseeufer bringt und mit der die Bregenzer Festspiele in ihre 74. Saison starten.

    Er habe mit seinem Team mehr als drei Jahre an dem Kopf gearbeitet, sagte Stölzl im Vorfeld bei der Vorstellung des Programms. „Das ist eine Maschine, die sich echt gewaschen hat - und es so noch nie gab auf der Welt.“ Und tatsächlich beeindruckt die Geschmeidigkeit und Schnelligkeit, mit der sich nicht nur der riesige Kopf, sondern auch eine ebenso überdimensionale rechte Hand mit all ihren Fingergliedern bewegen lässt. Der Kopf fährt immer wieder hin und her, mal schwebt er nach oben und lässt seine Augen in den Himmel blicken, mal sinkt er nach unten ins Wasser hinein. Mit Hilfe des Lichts, das ihn in verschiedene Farben taucht, erscheint er zudem amüsiert, besorgt oder fast dämonisch.

    Und auch der Bodensee wird ausgiebig als Spielfläche genutzt. Bereits früh nach Beginn des Stückes fallen, springen oder stolpern die ersten Darsteller ins Wasser. Selbst das Wetter spielt in diesem Jahr vorbildlich mit. Für ein heftiges Gewitter mit brüllendem Donner und stechendem Blitz, das während der Mordszene wütet, sorgen die Macher an diesem Abend auf der Bühne selbst. Rigolettos Kopf und Hand dienen dabei auch noch als Regenspender.

    Der Rest der Inszenierung wirkt wie aus einer – zumindest oberflächlich fröhlichen – Zirkuswelt entsprungen. Es gibt eine bunte Truppe mit Akrobaten, Musikern und Künstlern, die den Herzog von Mantua (Stephen Costello) und seinen Hofnarren (Vladimir Stoyanov) nur allzu gerne bei ihrem Treiben um Macht und Machtmissbrauch unterstützen. Doch die Stimmung kippt, als sie Rigoletto selbst einen Streich spielen wollen: Sie entführen seine vermeintliche Geliebte, bringen sie zum Herzog und sind selbst entsetzt, als sie erfahren, dass es sich um seine Tochter Gilda (Mélissa Petit) handelt. Und das Unglück nimmt seinen Lauf: Der Hofnarr will sich am Herzog rächen und beauftragt einen Mörder, ihn zu töten. Doch am Ende ist es Gilda, die an seiner Stelle stirbt.

    Für ihre Darstellung erhalten vor allem die drei Hauptdarsteller am Ende begeisterten Applaus von den rund 7000 Zuschauern. Begleitet wurden die Sänger unter anderem von den Wiener Symphonikern und dem Prager Philharmonischen Chor, die musikalische Leitung hat Enrique Mazzola inne.

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    Ein Clownskopf löst Carmens Hand auf der Bregenzer Seebühne ab. 13,5 Meter hoch und bis zu 11,3 Meter breit ist er. Er ist das neue Wahrzeichen der Festspiele, die in diesem und dem nächsten Sommer Giuseppe Verdis „Rigoletto“ zeigen. Der Kopf ist an einem riesigen Kran-Arm befestigt, der weit über die Hinterbühne ragt. Allerlei hydraulische Vorrichtungen ermöglichen Bewegungen.

    Gespielt wird täglich außer montags bis 18 August, im Juli Beginn 21.15 Uhr, im August 21 Uhr.

    Die Festspiele bestehen aber nicht alleine aus dem Spiel auf dem See. Mehr als 80 Veranstaltungen stehen während des Sommers auf dem Spielplan. So wird im Festspielhaus Jules Massenets Oper „Don Quichotte“ gezeigt. Das Deutsche Theater Berlin zeigt den Cervantes-Klassiker „Don Quijote“ in einer Bühnenfassung. Auf der Bühne stehen unter anderem Ulrich Matthes und Wolfram Koch.

    Auf der Werkstattbühne ist als österreichische Erstaufführung Bernhard Langs Musiktheater „Reigen“ nach Arthur Schnitzler zu sehen.

    Infos und Tickets: www.bregenzerfestspiele.com (sk)

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