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    Würzburg

    Die Jupiternacht des Mozartfests zaubert ein U in die E-Musik

    Das Ensemble Esperanza Foto: Nikolaj Lund

    Das U- in der E-Musik gibt der Jupiter-Nacht, dem letzten Konzert des diesjährigen Mozartfestes, einen besonderen Charme. Das Ensemble Esperanza, ein Orchester aus vielversprechenden Streicherinnen und Streichern, spielt sich in einem Mix durch die Arbeit dreier Komponisten. Streicht sich durch Mozarts d-Moll-Klavierkonzert ebenso versiert wie durch die musikalischen Gags des Amerikaners Leroy Anderson und die Kompositionen des 1961 geborenen Saxofonisten und Komponisten Daniel Schnyder. „Meine Musik bewegt sich frei zwischen den Welten“, sagt der Schweizer, und das Ensemble – die Damen in roten, goldenen, blauen Abendkleidern, die Herren in Schwarz – spielt sie mit so viel Spaß, dass die gute Laune unvermittelt überschwappt auf das Publikum im Vogel Convention Center.

    2015 in Liechtenstein gegründet und erst kürzlich mit dem Opus Klassik Nachwuchspreis ausgezeichnet, setzen sich die jugendlichen Künstlerinnen und Künstler frisch und frech über alle Grenzen der Musikliteratur hinweg. Die französisch-armenische Konzertmeisterin Chouchane Siranossian hat das Kammerorchester fest im Griff. In „Mozart in China“, ein rhythmisch anspruchsvolles Werk für Solo-Violine und Streichorchester, nimmt Schnyder die Zuhörer mit auf eine Reise um die Welt. Solist Jeff Yunzhe Wu versteht es, aus Elementen wie chinesischer Oper, Klezmer oder argentinischem Tango ein klangliches Ganzes zu mixen.

    Jimi Hendrix und Rolling Stones auf Augenhöhe mit Wolfgang Amadé

    Verfremdet, aber rau und grob wie das Original von Jimi Hendrix schickt das Ensemble Schnyders Version von „Purple Haze“ in den Raum. Spannend auch „Variations on Symphathy for the Devil“ , eine Auseinandersetzung mit dem Rolling-Stones-Klassiker, die das Orchester mit ungeheurem Feeling für melodiöse und diabolisch-schroffe Sequenzen serviert.

    Obwohl sie es technisch in sich haben und volle Konzentration fordern, kommen Leroy Andersons „The Typewriter“ mit der Schreibmaschine als Instrument, „Blue Tango“, das gezupfte „Jazz Pizzicato“ und „Fiddle-Faddle“ leicht und federnd daher.

    Würde Wolfgang Amadé heute leben, hätte er seine Freude an Ideenreichtum und Humor seiner Kollegen. Und an der Vielseitigkeit des Ensemble Esperanza, das über eine breite Palette an Ausdrucksmöglichkeiten verfügt. In Mozarts Konzert für Klavier und Orchester Nr. 20 d-Moll KV 466 ist es gleichberechtigter Partner des Solisten Nuron Mukumi, der dem Flügel mit furioser Virtuosität und Gestaltungskraft im zweiten Satz (Romance) hauchzarte, samtweiche Töne entlockt und im Rondo furios über die Tasten fegt. Als Zugabe das oft recht abgedroschen klingende Rondo alla Turca – hier mit hochexplosivem Ausdruck und fetzigen Klangfarben.

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