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    Würzburg

    Dilworth überzeugt mit spiritueller Ordnung

    Norman Dilworth inmitten seiner Arbeiten im Museum im Kulturspeicher Würzburg. Foto: Achim Schollenberger

    Der Engländer Norman Dilworth ist der diesjährige Träger des „Preises Peter C. Ruppert für Konkrete Kunst in Europa“. Verliehen wurde der mit 15.000 Euro dotierte Preis am vergangenen Freitag im voll besetzten Foyer des Würzburger Museum im Kulturspeicher von Oberbürgermeister Christian Schuchardt. Das Stadtoberhaupt lobte die europäische Dimension der Sammlung Konkrete Kunst, die das Sammlerehepaar Peter C. und Rosemarie Ruppert seit den 70er aufgebaut und als Dauerleihgabe dem Würzburger Museum zur Verfügung gestellt hat.

    Stipendium in Paris 

    Gerade in ihrer Internationalität suche diese Sammlung europaweit ihresgleichen und passe deshalb besonders gut in die „Europastadt Würzburg“. Der diesjährige Preisträger Norman Dilworth, so Schuchardt,  sei ein herausragendes Beispiel für die grenzüberschreitende Dimension der Konkreten Kunst. Der 1931 in Wigan, Lancashire geborene Brite lebt seit vielen Jahren im französischen Lille. Künstlerisch entscheidend geprägt wurde er als junger Student während eines Stipendiums in Paris durch die Begegnung mit dem Bildhauer Alberto Giacometti. Von dort ausgehend entfernt er sich zunehmend von Gegenständlichkeit und Figuration, und fängt an, sich mit der „Abstraction geometrique“, wie die Konkrete Kunst in Frankreich genannt wird, zu beschäftigen.

    Dilworth bezieht Zweifel mit ein 

    Er begibt sich auf die Suche nach „Basis-Elementen“, so wie sie der antike Philosoph Lukrez in seiner „rerum natura“ beschrieben hat, und transformiert diese in eine spirituelle Ordnung. Mit klaren Worten arbeitet Laudatorin Antje von Graevenitz diese philosophischen Hintergründe eines künstlerischen Werkes heraus, das die modernistische Utopie der Konkreten Kunst in Frage stellt. Dilworth bezieht den Zweifel mit ein in seine Skulpturen; als gestalterisches Mittel hilft dabei sein britischer Humor. Charakteristisch für diese Arbeitsweise ist die Arbeit „Single Line“ (1977), die einer der Fixpunkte der Sammlung Ruppert ist, die aus Anlass der Preisverleihung um weitere Werke des Künstlers als Leihgaben der Galerie Hoffmann aus Friedberg/Hessen ergänzt ist.

    Dank an Sammlerehepaar Ruppert 

    Mit einem mehrfach wiederholten „grateful“ bedankte sich der Preisträger für den Preis und die freundliche Aufnahme in Würzburg. Sein besonderer Dank galt dem Sammlerehepaar Ruppert, das er im Zusammenhang mit deren Erwerb der Arbeit „Singe Line“ kennen und schätzen gelernt hatte. Umso mehr bedauerte er die Tatsache, dass die diesjährige Verleihung die Erste ohne den Stifter und Namensgeber des Preises war: Peter C. Ruppert war im Februar 2019 verstorben. Doch seine Witwe Rosemarie und alle anderen Familienmitglieder wollen die Arbeit der Stiftung, die das Preisgeld zur Verfügung stellt, im Sinne ihres Gründers weiterführen. Auf dass in drei Jahren der nächste „Preis Peter C. Ruppert für Konkrete Kunst in Europa“ verliehen werden kann.

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