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    WÜRZBURG.

    Don Kosaken: Donnerhall aus 19 Kehlen

    Unter dem Label „Don Kosaken Chor“ firmieren zahlreiche Männerensembles. Das Original zu sein und von seinem Gründer Serge Jaroff als Nachfolger autorisiert, nimmt der „Don Kosaken Chor Serge Jaroff“ für sich in Anspruch. In der Würzburger Johanniskirche findet die Formation bei ihrem ersten Auftritt in der Domstadt einen passenden Ort für das zwischen orthodoxen Kirchenliedern und volkstümlichen Weisen aus Russland angesiedelte Programm.

    Ein Donnerhall aus 19 Kehlen zerreißt die andächtige Stille im sakralen Raum und wächst sich zu einem bewegenden Glaubensbekenntnis aus. Schon dieses mächtige „Credo“ provoziert bei den Zuhörern geflüsterte Bewunderung: „Großartig, unglaublich, fabelhaft!“ Es folgen ein inbrünstiges „O Herr, wir singen Dir“ aus der Feder von Sergej Rachmaninow und ein flehendes, in vielstimmiger Einheit zelebriertes „Herr, erbarme dich unser“.

    In dem dicht gewebten Programm bleibt den rund 300 Freunden russischer Chortradition kaum Zeit, den Nachhall zu genießen. Unter der diskreten, wohlabgestimmten Führung von Nachwuchsdirigent Daniil Zhurilov, der den etablierten Chorleiter Wanja Hlibka nicht vermissen lässt, bereiten vier Solo-Stimmen den „Zwölf Räubern“ einen spektakulären Auftritt. Mit einem lebhaften Wechselgesang zwischen Tenören und Bässen läuten die „Abendglocken“ einen musikalisch bewegten Feierabend ein.

    Zarte Liebeserklärung

    Die Sänger, ganz in Schwarz gekleidet, präsentieren sich als bunte Mischung zwischen aufstrebenden Jungstars in den hohen Stimmlagen und abgrundtiefen, gesetzten Bässen. Mit viel Spaß führen die Choristen das Publikum „Auf einen russischen Jahrmarkt“ mit seiner turbulenten und geschwätzigen Atmosphäre; das Schnattern des Federviehs klingt deutlich durch! Auch vertraute Melodien gewinnen durch die eminente stimmliche Qualität einen besonderen Reiz.

    An den „Moskauer Nächten“ haben sich unter anderen Belina und Peter Alexander versucht. Die getragene, zarte Liebeserklärung des Chores an die Hauptstadt bietet dagegen einen unvergleichlichen Hörgenuss. Wenn dann „Kalinka“ durch das Kirchenschiff schwebt, wird?s auf den Bänken lebendig. Man wiegt sich im Takt und begleitet klatschend den mitreißenden Rhythmus.

    Aus den beeindruckenden Solostimmen sticht die von Stanislav Kriuchkov besonders hervor. Seine voluminöse, von sanfter Leidenschaft getragene Interpretation von „Eintönig klingt hell das Glöckchen“ fordert stehenden Applaus heraus.

    Mit einem tief empfundenen „Ich bete an die Macht der Liebe“ beschließen die Don Kosaken einen bewegenden Konzertabend.

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