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    Würzburg

    Dramatische Kammeroper beim Mozartfest

    Archivbild von Julian Prégardien, einem der Protagonisten in der Kammeroper "Mozart und Salieri" beim diesjährigen Mozartfest. Foto: Thomas Obermeier

    Rührung war wohl der Grund dafür, dass der Beifall am Ende der beeindruckenden Aufführung von Nikolai Rimski-Korsakovs Kammeroper „Mozart und Salieri” beim Würzburger Mozarfest lange auf sich warten ließ - bevor er dafür umso heftiger ausfiel. Schließlich ist am Ende der Geschichte Wolfgang Amadeus Mozart tot und Antonio Salieri grübelt darüber nach, ob es wohl ein Fehler war, ihn zu vergiften. Auch wenn der Giftmord ein inzwischen widerlegtes Gerücht ist, lässt sich immer eine schöne Geschichte daraus machen. Die Bamberger Symphoniker unter Leitung des lettischen Dirigenten Ainars Rubikis stellten den Einakter des russischen Komponisten im Kaisersaal der Residenz auf die Bühne.

    Einfühlsam, flexibel, tonschön

    Rimski-Korsakow geht mit der Puschkin-Vorlage mit einem Augenzwinkern um. Seine romantisch geprägte durch alle möglichen Stile irrlichternde Musik ist immer dann am schönsten, wenn sie Original-Mozart zitiert. Die beiden Protagonisten, der Tenor Julian Prégardien als Mozart und der für den erkrankten Thomas Bauer eingesprungene Bariton Roman Trekel als Salieri gestalteten ihre Partien mit großer stimmlicher Potenz: einfühlsam, flexibel, tonschön und mit Bemühen um Verständlichkeit, auch wenn die heikle Akustik im Kaisersaal dieser Grenzen setzte. Ein Abdruck des Textes im Programmheft wäre hilfreich gewesen.

    Virtuoses Zusammenspiel

    Der erste Teil des Konzerts bestand aus einer prachtvoll musizierten Salieri-Ouvertüre und einem D-Dur-Violinkonzert von Mozart mit dem Solisten Ilian Garnetz, erster Konzertmeister der Bamberger Symphoniker. Hier stimmte alles: das unglaubliche Zusammenspiel, die virtuose Gelassenheit. Schon nach dem ersten Satz gab es Beifall.

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