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    WÜRZBURG

    Festliche und magische Momente im Dom

    Unter der Leitung von Domkantor Alexander Rüth musizieren die Würzburger Domsingknaben am im Würzburger Dom. Foto: Patty Varasano

    Kurz vor Konzertbeginn drängte sich noch eine dichte Menschentraube auf den Treppen des Würzburger Kiliansdoms, so groß war der Zuspruch beim Weihnachtskonzert der Würzburger Domsingknaben. Voll besetzt war denn auch das Gotteshaus, als Domkantor Alexander Rüth den Taktstock zu Otto Nicolais Weihnachtsouvertüre über den Choral „Vom Himmel hoch“ hob und so den festlich geprägten Spätnachmittag eröffnete.

    Das Kammerorchester „Camerata Würzburg“ zeigte sich dabei als bestens vorbereitetes, gut harmonierendes Ensemble, das sich sowohl zurücknehmen wie auch in prächtigem Glanz präsentieren konnte. Rüth als sattelfester Dirigent hatte stets alles im Griff und konnte sich wesentlich auf die musikalische Zeichengebung konzentrieren. So entwickelte er aus dem anfänglich düster geprägten Werk sehr behutsam unter wohlkalkulierter Einbeziehung der akustischen Gegebenheiten im Dom eine Steigerung, aus der die Freude des Chorals aufschäumen durfte. Der strahlende und triumphale Schlusspunkt wurde in seiner Macht durch die Orgel ergänzt, gespielt vom Domorganisten Stefan Schmidt.

    Die Orgel dominierte denn auch streckenweise Camille Saint-Saëns' „Weihnachtsoratorium op. 12“, bei dem sich die Streicher oft sphärisch im Hintergrund hielten.

    Ein Aushängeschild

    Das Solistenensemble war gut zusammengestellt: Maria Bernius überzeugte mit ihrem fein leuchtenden Sopran und müheloser Höhe. Nora Steuerwald gestaltete ihre Altpartien mit großer Wärme und Eindringlichkeit. Der Mezzosopranistin Katja Woitsch gelang in der Air „Expectans expectavi Dominum“ ungeheure Spannung und berührende Atmosphäre. Strahlend und klar Timo Schabel in den Tenorpartien, Johannes Hill mit fülliger und voluminöser Baritonstimme, in den Höhen leicht gepresst.

    Und natürlich die wunderbaren Domsingknaben: Perfekt in der Intonation, mit passgenauen Einsätzen, rundem und homogenem Klang, dazu beste Aussprache – groß in Präsenz und Intensität, egal ob dezent im Hintergrund agierend oder als prunkvoll jubilierender Engelschor, sind sie ein echtes musikalisches Aushängeschild.

    Domkantor Alexander Rüth schuf viele magische und eindringliche Momente, etwa mit dem weihevollen Anruf „Consurge, filia Sion“ oder dem edel zelebrierten „Tollite Hostias“. Den weihnachtlich-stimmungsvollen Schlusspunkt setzte Felix Mendelssohn Bartholdys Weihnachtskantate („Vom Himmel hoch“). „Des freuen sich der Engel Schar“, heißt es darin. Großer und lang anhaltender Beifall gab diese Freude zurück.

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