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    WÜRZBURG

    Große Liebe zu großen Literaten

    C. Bernd Suchers Leidenschaften sind Autoren und deren Werke, Leidenschaften die er gerne und sehr unterhaltsam mit seinem Publikum teilt. In der Reihe „Suchers Leidenschaften“ spürt man förmlich das Bedürfnis des ehemaligen Theaterkritikers, einen Schriftsteller lebendig werden zu lassen, ihn zu befreien von den Erwartungen, die seine bekanntesten Werke im Publikum zementiert haben, und ihn neu und facettenreich vorzustellen. So im Foyer des Würzburger Mainfranken Theaters, wo er sich dem Lyriker Christian Morgenstern widmete.

    „Suchers Leidenschaften“ ist eine Vortragsreihe, mit der der Germanist und Theaterwissenschaftler seit gut 18 Jahren regelmäßig in München, Hamburg, Weimar, Zürich und Paris unterwegs ist. Dass die Leidenschaften ihren Weg nach Würzburg fanden, ist Intendant Markus Trabusch zu danken, der Sucher, der ein Vierteljahrhundert hinter dem Kürzel cbs bei der „Süddeutschen Zeitung“ steckte, kennenlernte und einlud.

    Ein Sensibelchen

    Da steht er dann, dieser ehr kleine Mann mit den strubbeligen grauen Haaren, der schwarzen Brille, dem großen Wissen und der tiefen Liebe für das, was er tut. Neben ihm sitzen an einem Tisch Georg Zeies und Anja Brünglinghaus vom Schauspielensemble, die Morgenstern (meist Zeies) und Zeitzeugen (meist Brünglinghaus) zu Wort kommen lassen. Es ist ein nahtlos choreografierter Vortrag, der das Publikum anderthalb Stunden in Bann zieht, während Sucher behutsam Morgenstern aus seiner Reduzierung auf die humoristische Dichtung löst.

    Durch seine Lyrik, aber auch durch Briefe und andere Texte zeigt Sucher den Dichter als durch und durch positiven Menschen (trotz seiner schweren Krankheit), mit unabhängigem Denken und großem Humor, aber auch einem großen Harmoniebedürfnis. Ein „Sensibelchen – aber ein selbstbewusstes“, immer wieder auf der Suche nach Gott und dem „Weltganzen“. Am Ende hat der Zuhörer tatsächlich das Gefühl, Morgenstern näher gekommen zu sein.

    Am 19. Dezember, kommt C. Bernd Sucher wieder ins Mainfranken Theater. Dann geht es um Joachim Ringelnatz.

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