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    BARCELONA

    „Ich brauche das Singen zum Leben“

    Der spanische Regierungschef Pedro Sánchez würdigte Montserrat Caballé, die am Samstagmorgen in einem Krankenhaus in Barcelona im Alter von 85 Jahren gestorben ist, als „eine große Botschafterin unseres Landes“. An diesem Montag soll Caballé in ihrer Heimatstadt Barcelona beigesetzt werden.

    „Sie war die große Dame der Oper, die Beste der Besten. Ihre unvergleichliche Stimme wird uns immer begleiten“, sagte Spaniens König Felipe zum Abschied. Der spanische Regierungschef Pedro Sánchez würdigte Montserrat Caballé, die am Samstagmorgen in einem Krankenhaus in Barcelona im Alter von 85 Jahren gestorben ist, als „eine große Botschafterin unseres Landes“. An diesem Montag soll Caballé in ihrer Heimatstadt Barcelona beigesetzt werden.

    „La Montse“, wie die weltberühmte Sopranistin von ihren Fans genannt wurde, war selbst immer bescheiden geblieben: „Das Einzige, was ich gemacht habe, ist meine Arbeit so gut wie möglich zu verrichten.“ Doch das Singen von Opernarien war für sie mehr als ein Job: „Ich brauche das Singen zum Leben“, sagte sie einmal.

    Sie war in den angesehensten Opernhäusern der Welt zu Hause. Mit über 4000 Auftritten galt sie als die aktivste Sängerin der Operngeschichte. Mehr als 80 Opernrollen und 800 Lieder umfasste ihr Repertoire. Von der Opernwelt wurde sie als eine der größten Sopranistinnen des 20. Jahrhunderts gefeiert.

    Song mit Freddie Mercury

    Auch gegenüber der Popmusik hatte Caballé keine Berührungsängste: Zusammen mit dem britischen Musiker Freddie Mercury, Leadsänger und Komponist der Rockband Queen, interpretierte sie 1988 den Song „Barcelona“. Das Lied schrieb Musikgeschichte und wurde offizielle Hymne der Olympischen Spiele 1992 in der katalanischen Regionalhauptstadt.

    In den letzten Jahren war es still um Caballé geworden, die am 12. April 1933 in Barcelona geboren wurde. Immer mehr Gesundheitsprobleme plagten sie. 2012 erlitt sie während einer Konzertreise in Russland einen Schlaganfall und brach sich beim anschließenden Sturz einen Arm.

    Ihren letzten Opernauftritt hatte sie 2014 auf dem Musikfestival im katalanischen Ort Cambrils. Dort kam sie mit Krücken auf die Bühne. „Meine Stimme ist nicht mehr so, wie sie einmal war“, räumte sie damals ein. „Was man nicht wirklich gut kann, soll man lieber lassen“, begründete der Opernstar den Rückzug.

    Montserrat Caballé hatte sich ihren Erfolg hart erarbeitet: Sie stammte aus einfachen Verhältnissen. Da sie aber schon als Kind eine außergewöhnliche Stimme hatte, schaffte sie es mit elf Jahren und Dank eines Sponsors, am angesehenen Liceo-Musikkonservatorium in Barcelona aufgenommen zu werden, wo sie eine Gesangsausbildung machte.

    „Meine große Nase fällt nicht auf“

    Der Durchbruch gelang ihr 1965 in New York, wo sie für die erkrankte amerikanische Sängerin Marilyn Horne in der Oper Lucrezia Borgia des italienischen Komponisten Gaetano Donizetti einsprang und begeistert gefeiert wurde. Anschließend wurde sie vom weltberühmten Metropolitan Opera House in Manhattan verpflichtet.

    Ihre einzigartige Stimme und ihre erhebliche Leibesfülle waren weltweit ihr Markenzeichen: Aus ihrem Übergewicht hat sich die Künstlerin allerdings nie etwas gemacht: „Das Gute daran ist“, sagte sie einmal, „dass so meine große Nase nicht auffällt.“

    lze

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