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    Würzburg

    Mozartfest: Eine Nachtmusik voller Beziehungszauber

    Am Freitagabend (31.05.2019) spielte das Bayerische Kammerorchester Bad Brückenau Mozarts Kleine Nachtmusik im Hofgarten der Residenz. Foto: Kathrin Königl

    An diesem Abend passte einfach alles: Der festlich illuminierte Hofgarten mit seinen duftigen Blumenrabatten, die sanfte Frühsommerluft, ein sorgfältig zusammengestelltes Programm, das leicht und elegant aufspielende Bayerische Kammerorchester Bad Brückenau und ein Solist, der keinen Wunsch offen lies. So versetzte die erste Nachtmusik der diesjährigen Mozartfest-Saison am vergangenen Freitagabend mit der melodiösen Sinfonie D-Dur des Komponisten und Geigers Juan Crisóstomo de Arriaga gleich zu Beginn in eine beschwingte Stimmung. 2860 Mozart-Fans waren in den fürstbischöflichen Schlossgarten gekommen. Ähnlich wie Mozart gilt der Spanier aus dem Baskenland als musikalisches Wunderkind, als der „spanische Mozart“, dem nur ein knapp 20-jähriges Leben beschert war.

    Das Orchester musizierte elegant und leicht, arbeitete versiert den ganz eigenen Tonfall des viersätzigen Werkes heraus und legte eine frühromantische Stimmung über den fürstbischöflichen Park. Schlüsselwerke der Trompetenliteratur sind Johann Nepomuk Hummels und Joseph Haydns Konzerte für Trompete und Orchester Es-Dur. Dass beide Kompositionen in einem Programm auftauchen, ist eher ungewöhnlich. Hummels Werk, zwischen dem 18. und 19. Jahrhundert entstanden, und das edle Trompetenkonzert von Joseph Haydn, das er nur fünf Jahre nach Mozarts Tod komponiert hat, umrahmen das namengebende Kernstück des Abends, die „Kleine Nachtmusik“.

    Solo für Simon Höfele bei Mozarts Kleiner nachtmusik am Freitagabend (31.05.2019) im Hofgarten der Residenz in Würzburg. Foto: Kathrin Königl

    Weiche Töne, mit langem Atem

    Doch vorher blies Simon Höfele, ein Trompeter der jüngeren Generation und gern als „junger Wilder“ bezeichnet, Hummels raffiniert zusammengesetzte Tonfolge in den Nachthimmel, um anschließend sein Instrument singen zu lassen. Beide Kompositionen brachte er mit reinstem Ansatz und in vollständiger Harmonie mit dem bestens präparierten Orchester auf den Treppen vor dem Gartensaal zu Gehör. Ganz weich setzte der 24-jährige die Töne an, spielte sie mit langem Atem und bestechender Technik vollständig aus. Bindet große Bögen ebenso souverän wie er sich mit Stakkato-Stößen durch die Partitur spielte. Phantasievoll und melodisch schraubte er sich in der Kadenz im 1. Haydn-Satz in höchste Höhen, während das Orchester ihm schweigend den Raum dazu lässt.

    Alle Plätze waren besetzt bei der ersten kleinen Nachtmusik im Hofgarten der Residenz. Foto: Kathrin Königl

    Dass er auch anders kann, zeigte er in seiner Zugabe, einer zeitgenössischen Komposition, in der andere Klangfarben und Fußstampfen mischen. Sehr locker, sehr heiter stimmten die Streicher des mittlerweile seit 40 Jahren bestehenden Orchesters Wolfgang Amadés Serenade an, schwelgen im Andante der Romance, geben sich tänzerisch und unbeschwert im Menuetto und recht flott im Allegro des Rondo. Dass sie in Gesamtbesetzung mit Holz- und Blechbläsern samt Pauke auch deutlich moderner können, wird in der vitalen Darbietung der „Symphonie classique“ in D-Dur von Sergej Prokofjew hörbar, jenem am klassischen Stil angelehnten Musikstück. Die vier knappen Sätze mit einer Gavotte anstelle des in der Klassik üblichen Menuettsatzes gestalten sie die Komposition des Russen spielerisch-elastisch und mit Verve. Mit dem letzten Satz der Haffner-Symphonie als Zugabe entließen sie ihr animiertes Publikum.

    Am Samstag, 22. Juni, findet eine weitere Nachtmusik im Hofgarten statt. Dann spielt ab 21 Uhr das Philharmonische Orchester Würzburg unter der Leitung von Enrico Calesso. Auf dem Programm stehen dann Werke von Mozart sowie Mendelssohn-Bartholdy und Kodaly.

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