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    Würzburg

    Mozartische Fröhlichkeit nicht nur bei Mozart

    Die junge Geigerin Alina Pogostkina, hier auf dem Heidelberger Schloss, war das Ereignis beim Mozartfest-Konzert mit dem Scottish Chamber Orchestra im Kaisersaal. Foto: Ronald Wittek, dpa

    Man hätte nur die letzten Takte von Mozarts A-Dur-Violinkonzert hören müssen, um zu erahnen, welches Feuer, welcher Witz, welcher Reichtum an interpretatorischen Ideen, welche Leichtigkeit in dessen Wiedergabe steckten. Alina Pogostkina war beim Mozartfestkonzert im Kaisersaal mit dem Scottish Chamber Orchestra unter der Leitung von Konzertmeister Benjamin Marquise Gilmore urzfristig für die erkrankte Nicola Benedetti  eingesprungen. Dieses Werk, das spritzig musizierte G-Dur-Violinkonzert und die mozartische Fröhlichkeit ihrer Bach-Zugabe machten diesen Abend zu einem großen geigerischen Ereignis. Tobender Beifall.

    In der üppigen Klanglichkeit, im Nachspüren von Details, in der Direktheit, im Spaß an rhythmischer Genauigkeit spürte man nichts von der sprichwörtlichen schottischen Sparsamkeit. Nicht nur im geistvollen Wechselspiel mit der Solistin in den Violinkonzerten, sondern vor allem bei der „Haffner”-Sinfonie dominierten Klangpracht und überschäumendes Temperament, ohne dass die Durchsichtigkeit verlorenging.

    Mozart gegenübergestellt war eine Komposition der 1980 in London geborenen Anna Clyne, "Within her arms", eine Elegie für 15 Solostreicher, verfasst zur Erinnerung an ihre Mutter. Dieses Werk atmet liebevolle Trauer, es lebt von wechselnden Klangflächen, aus denen sich Melodiefetzen herausschälen, eine sehr meditative Musik, die gut anhörbar ist und durchaus romantische Stimmungen aufkommen lässt. Bemerkenswert: Die hoch informative Einführung durch Studierende der Hochschule für Musik.

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