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    Würzburg

    Mozarts Messen: Kurz und genial

    In Erinnerung an eine Institution, die im 18. Jahrhundert das Musikleben in Paris prägte, nennen sich die Sänger und Musiker unter der Leitung von Hervé Niquet „Le concert spirituel“. Die neun Sänger, bringen mit zwei Geigen, einem Cello, einem Kontrabass und einer Orgel die Kirchenmusik Mozarts aus seiner Zeit in Salzburg in den Kaisersaal der Würzburger Residenz.

    Einen besonderen Akzent erhält das Mozartfest-Konzert, weil es hochkarätige Werke aus dem geistlichen Repertoire der Haydn-Brüder Michael und Joseph zwischen die zwei Missae breves von Wolfgang Amadé Mozart schiebt. Spannend beispielsweise das „Ave verum Corpus“ von Michael Haydn und später das kunstvoll-liedhafte von Mozart, das in seiner Tiefe berührt und am Ende des Konzerts eine der beiden Zugaben ist. Mozarts auf Geheiß des Salzburger Fürstbischöfe besonders kurze Messen, die im Sommer 1774 entstanden sind, beweisen einmal mehr die Genialität des Komponisten.

    Die Missa brevis F-Dur, auch „Kleine Credomesse“ genannt, lässt nach einem Instrumentalvorspiel klar ausgewogene Singstimmen hören, die die Prosa-Texte des Gloria und Credo in kompositorische Kleinodien fassen und deren Credo im Finalsatz der Jupiter-Sinfonie wieder auftaucht. Die Missa brevis F-Dur beginnt ohne Vorspiel und ist mit knappen Motiven komponiert. Die fünf Frauen- und vier Männerstimmen fügen sich zu einem harmonischen Zusammenklang, bieten eine gesangliche Glanzleistung mit männlich-leidenschaftlichen Momenten und selbstbewußten Sopran- und Altpassagen, die Instrumentalisten fügen sich sowohl zu den Stimmen als auch eigenständig in das Gesamtkonzept, das Hervé Niquet mit weit ausholenden Gesten sitzend dirigiert. Zwei Zugaben.

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