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    Würzburg

    Musikträume vom Egerland

    Die Egerländer Musikanten begeisterten 1200 Fans im Centrum in Würzburg. Foto: Patty Varasano

    Zünftiger Empfang zu einem frohen Blasmusik-Nachmittag: Die „Waldzeller Musikanten“ stimmen im Foyer vor dem Franconia-Saal des Congress Centrums Würzburg mit flotten Weisen auf das Konzert ihrer berühmten Musikkameraden ein. Über 1200 Fans sind gekommen, um sich von den Egerländer Musikanten mit böhmischem Sound in deren alte Heimat entführen zu lassen.
    Die dürfte den meisten im  Publikum nur aus Erzählungen bekannt sein, was nicht daran hindert, sich als „Kinder von der Eger“ zu fühlen und freudig ins besagte Lied einzustimmen.

    Ansonsten überwiegen im Saal aufmerksames Lauschen und konzentriertes Zuhören, wenn die Kapelle mit vollen Tönen zu musikalischen Träumen von Böhmerwald und Egerstrand verlockt. Natürlich rühren sich die Klatschhände, wenn der „Graf Mercy Marsch“ oder gar der „Egerländer Jubiläumsmarsch“ die Stimmung im Saal auflockert. Dennoch überwiegt im Publikum, in dem vereinzelt auch junge Freunde der Blasmusik zu finden sind, die stille Begeisterung über die musikalische Bandbreite, die das 18-köpfige Orchester von der romantischen „Sommernacht in Prag“ bis zur fetzigen „Musikantenlaune“ spannt.

    Mit lockerer Spiellust

    Ernst Hutter, einst unter Ernst Mosch, dem legendären Gründer der Formation, selbst Ensemblemitglied, hat seit 2003 die Leitung der Kapelle in Händen. Er zeigt sich als charismatischer Bandleader, der sein Orchester mit leichter Dirigentenhand führt. Diese lockere Spiellust, die den Männern im rostbraunen Janker anzumerken ist, setzt exakte Vorbereitung und hervorragende instrumentale Technik voraus. Beides stellen die Holz- und Blechbläser über zwei Stunden mit den rund 30 intonierten Musikstücken nachdrücklich unter Beweis. Für die sanften, emotionalen Momente ist das Gesangsduo Katharina Praher und Nik Loris zuständig, das mit kurzen Liedpassagen gefällt.

    Ernst Hutter verbindet in dem Tournee-Programm „Musikantenstolz“ die Tradition heimatlicher Klänge („Rauschende Birken“ berühren seit 60 Jahren die Gemüter) mit dankbaren Erinnerungen (Tolles Posaunensolo im selbst komponierten Stück „Memory Ernst Mosch“) und mitreißend-forschen Tönen. Wenn sich das Trompeten-Quintett  am Bühnenrand versammelt und „Egerländer Trompetensterne“ erstrahlen lässt, füllt swingender Big-Band-Sound temporeich und glasklar den Raum.

    Riesenbeifall nicht nur für diese fulminante Nummer.

    Bearbeitet von Reinhard Glaab

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