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    Würzburg

    Natürlich mit Moonwalk: Zwei Huldigungen an den King of Pop

    Jacko in vertrauter Pose: „Beat it“ im Congress Centrum. Foto: Patty Varasano

    Eine Michael-Jackson-Welle überrollte Würzburg. Innerhalb von vier Tagen warben zwei Angebote mit einer Show über den „King of Pop“ um die Gunst der Freunde des exzentrischen Stars. „Beat it“ lockte 1500 Fans ins Congress Centrum, zu „Thriller live“ versammelten sich 1200 in der s.Oliver Arena. In beiden Häusern bekamen die Zuschauer sehenswerte Shows geboten, die das nicht gerade moderate Eintrittsgeld wert waren.

    „Beat it“,  als „Musical über Michael Jackson“ angekündigt, erweist sich mit einer Non-Stopp-Parade von 26 Songs als Michael-Jackson-Hit-Abend. Ausgestattet mit packender musikalischer Power und Tanz auf hohem Niveau begeistert er die Fans im ausverkauften Frankonia-Saal des Congress Centrums. Die fünfköpfige Liveband trifft den unverwechselbaren Jackson-Sound gut,  die Choreografien sind auf die knalligen Rhythmen zugeschnitten und perfekt einstudiert.

    Bei den fantasievollen Kostümen wird viel glitzernder Stoff verarbeitet beziehungsweise gespart

    Auf der in drei Ebenen ausgelegten Bühne erleben die Zuschauer die künstlerische und persönliche Entwicklung des vielseitigen Unterhalters  in teils dramatischen, teils witzigen Spielszenen. Bei der Trennung des Leadsängers von der  brüderlichen „Jackson 5“-Gruppe spürt man die innere Not des sensiblen Künstlers ebenso wie bei der Hatz, die giftige Boulevardblätter gegen ihn inszenieren. Dagegen reizt die in Zeitungspapier gehüllte, aufgeregte Journalistenschar eher zum Schmunzeln.

    Bei den fantasievollen Kostümen wird viel glitzernder Stoff verarbeitet beziehungsweise gespart, wenn es der weibliche Reiz verlangt. Koffi Missah gibt den ehrgeizig aufstrebenden Teenager Michael mit jugendlichem Charme, klarer, heller Stimme und fließender Geschmeidigkeit. Wenn er bei „ABC“ mit seinen Brüdern über die Bretter fegt, versprüht er ungebremste Lebensfreude. Andre Santisis Jackson-Adaption besticht durch ihre authentische Ausstrahlung in Tanz und Gesang. Bei „Dirty Diana“ gerät er außer sich und „Beat It“ macht er zu einer knallharten Nummer.

    "Thriller live" in der s.Oliver Arena in Würzburg. Foto: Silvia Gralla

    In der Show „Thriller live“ scheint der turbulente Auftaktsong  „Don’t Stop Til You Get Enough“ Selbstverständnis und Motivation für die gesamte Crew zu sein. Als könnten sie nicht genug zeigen von ihrer akkurat abgestimmten tänzerischen Eleganz, ihrer erstaunlichen Akrobatik, ihren variablen Gesangsstimmen: Mehr als zwei Stunden unterhalten fünf Tänzerinnen mit männlichem Pendant sowie vier Sänger und eine weibliche Stimme auf  höchstem Show-Niveau. Die kunterbunten Kostüme wechseln in rascher Folge von schnoddrig bis schnieke, von hochgeschlossen bis sexy knapp. Die Choreografien verblüffen mit exakt abgestimmter Rasanz, in der jede Bewegung bis ins kleinste Detail haargenau sitzt. Einen farbenprächtigen Rahmen geben die  groß dimensionierten Lichtspiele dem flugs dahintreibenden Bühnengeschehen.

    Wo der obligatorische Jackson-Griff in den Schritt zur männlichen Pflicht wird

    Ein elfjähriger Sänger (die Namen der Akteure wurden leider nicht mitgeteilt) schlüpft quirlig in die Rolle von Jung-Michael und macht aus „Don’t Blame The Boogie“ eine grandiose, heftig beklatschte Nummer. Dem Original-Video nachempfunden zeigt sich „Remember The Time“ in altägyptischer Pracht. Zu einem kämpferischen Knaller entwickelt sich „Dangerous“, wo der obligatorische Jackson-Griff in den Schritt zur männlichen Pflicht wird.

    Der originalgetreue Michael-Darsteller fasziniert das lebhaft mitgehende Publikum mit seinen geschliffenen Moves: Entzückte Schreie begleiten Moon- und Sidewalk bei „Billie Jean“. Eine solide Fußverankerung hält die  Tänzer bei der Lean-Pose in  perfekter Skispringerhaltung. Beim Titelsong „Thriller“, dem ultimativen Angstmacher, winden sich gruselige Gestalten im Zuschauerraum. Vorsicht mit Superlativen, aber diese Vorstellung verdient das „Prädikat hervorragend“. 

    Zusatzkonzert: „Beat It“ läuft nochmal am 7. April 2020 im Congress Centrum Würzburg.

    Bearbeitet von Reinhard Glaab

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