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    Würzburg

    Pigor macht im Würzburger Bockshorn den Egersdörfer

    Pigor und Eichhorn, der Wahlberliner aus Unterfranken und sein kongenialer Pianist, kamen mal wieder ins Bockshorn. Und hatten alte Lieder dabei - und frische Kekse. 
    Kleinkunst mit Hosenträgern: Pianist Benedikt Eichhorn und Pigor beim lässigen Auftritt im Würzburger Bockshorn. 
    Kleinkunst mit Hosenträgern: Pianist Benedikt Eichhorn und Pigor beim lässigen Auftritt im Würzburger Bockshorn.  Foto: Fabian Gebert

    Ha, Vorwarnung gleich zu Beginn: Respektlose Bemerkungen, jazzige Einlagen und Werbung kündigt Thomas Pigor alias Pigor an. Weil: "Kabarett ohne Werbung ist nicht mehr zeitgemäß." Es sei keine "Blödwerbung", verspricht der Mann aus Berlin, sondern zielgruppenorientiert. Immerhin.

    Gemäß EU-Datenschutzrichtlinie fragt Pigor, wie immer begleitet von Pianist Benedikt Eichhorn, schnell noch: "Akzeptieren Sie Cookies?" Dann verteilt das Duo zwei Packungen  Kekse im Würzburger Bockshorn - und weiß den Rest des Abends, wie das Publikum so drauf ist und wie viel Schoppen es schon intus hat.

    Warum das Programm eigentlich anders heißen müsste

    Anderthalb Jahre war Pigor, der aus Unsleben in der Rhön stammt und vor Urzeiten an der Uni Würzburg ein Diplom in Chemie gemacht hat, jetzt schon nicht mehr in der alten Heimat zu erleben. Am Samstag kam der Wahlberliner Musikkabarettist wieder mal - natürlich mit seinem kongenialen Partner am Klavier.

    "Pigor singt, Benedikt Eichhorn muss begleiten" hieß es seit ihrem allerersten gemeinsamen Programm von 1995 immer. Aber längst müsste es heißen: Eichhorn spielt Klavier, Pigor darf dazu singen und rappen, wüten und in Rollen schlüpfen.

    Was das schönste Werbeintermezzo war

    Apropos Rollen: Werbeblock! Das schönste Werbeintermezzo des Abends ist der Auftritt als Matthias Egersdörfer. "Ihr Scheißwürzburger", schimpft Pigor - lange schwarze Egersdörfer-Koteletten auf die Wangen geklebt - in den Saal und brüllt, tobt und schimpft dann so schön wie das Nürnberger Original. Auch für die katholische Kirche und für Klavierunterricht werden Pigor und Eichhorn im Laufe des Abends noch Werbung machen - weil so viele ehemalige Messdiener und Klavierschüler Kabarettisten geworden sind.

    Leider ist das Kabarett-Duo, das über den Zeitgeist, Muttertagsvergesser, die Überbetonung der nationalen Zugehörigkeit oder Phänomene wie Bärte und Männerdutts in Berlin-Mitte singt, immer noch mit "Volumen 9" unterwegs. Das Programm war schon ein, zwei mal an selber Stelle zu erleben.

    Weil sie mit Hilfe von Tango, Gassenhauer-Walzer, Rap, Boogie und Swing ihre satirischen Botschaften verbreiten und sich in all den schön schrägen  Chansons über die Gepflogenheiten des Lebens lustig machen, wird man zwar gut unterhalten. Aber "Volumen 10" wäre schon schön. Gerne wieder mit Cookies und Werbung!

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