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    Würzburg

    Residenzgala: Die Kunst der Kellermeister und der Komponisten

    Der junge Cellist Edgar Moreau begeisterte beim Mozartfest mit Tschaikowskys Rokoko-Variationen Foto: Matt Dine

    Residenzgala mit Diner beim Würzburger Mozartfest: eine köstliche Empfindungen nach der anderen. Den Geschmack der Gäste trafen nicht nur die fränkischen Kellermeister und Weinprinzessinnen mit Spitzenweinen und Sternekoch Benedikt Faust beim „Flying Buffet“ zur Begrüßung und später mit einer „erdigen und samtigen“ Kalbsbacke – dazwischen überraschte ein Konzert der Gegensätze mit dem Kammerorchester des Nationaltheaters Prag unter der Leitung von Petr Vronsky.

    Der Auftakt wirkte eher beliebig mit der aparten Ballettmusik „Les Petits Riens“. Von den 20 Tanznummern, mit denen 1778 der Pariser Hof unterhalten wurde, stammen 13 aus der Feder Wolfgang Amadé Mozarts. Wie Sabine Radermacher im Programmheft schreibt, wurde der Komponist auf dem Abendzettel nicht einmal genannt.

    Nach den galanten rhythmischen Finessen mit weichen böhmischen Tönen zollten das Orchester und Edgar Moreau am Violoncello dem übermächtigen Mozart mit Tschaikowskys klassisch klaren Variationen über ein Rokoko-Thema ihren Tribut. Moreau begeisterte vorwiegend im hohen Register mit seinen Trillern und filigranen virtuosen Passagen. Triumphale Gesten beherrschten die abschließende Sinfonie D-dur op. 24 von Jan Václav Voríšek mit abermals weichen Klängen, durchsetzt mit volksliedhaften Zitaten, aber auch mit starken dynamischen Kontrasten.

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