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    Würzburg

    Rezension: Wanda flirtete mit Würzburg in der Posthalle

    Die erste Show ihrer aktuellen Tour spielten Wanda in Würzburg. Über 2000 Fans kamen, um die Wiener Indieband zu erleben. Warum die Liebe dabei im Mittelpunkt stand.
    Über 2000 Fans besuchten das Konzert von Wanda in der Posthalle in Würzburg. Foto: Silvia Gralla

    Bei Wanda geht es letztlich immer um die Liebe. Daraus machen die Wiener Musiker kein Geheimnis. Die meisten ihrer Songs handeln von Sehnsucht, Herzschmerz oder gescheiterten Beziehungen. Beim Konzert in der Würzburger Posthalle kündigte es sich bereits auf dem Bühnenvorhang an: "Amore" stand dort in riesigen Buchstaben. Noch bevor die gut 2000 Besucher die Indie-Popgruppe zu Gesicht bekamen, spielte die schon ihren ersten Song. "Gib mir ein Bussy Baby", sang Marco Wanda – fast so als würde er derlei Zärtlichkeiten vom Publikum einfordern. Und er bekam sie auch. 

    Die Besucher zeigten Wanda ihre tiefe Zuneigung. Und zwar nicht nur mit tosendem Applaus: Die knackigen Refrains von "Lacia mi fare" oder "Bologna" sangen die Fans mit, als stünde ihr Leben auf dem Spiel. Aber es war keine einseitige Liebesbeziehung. "Ihr seid's ein Wahnsinn", lobte der Frontmann mit Wiener Zungenschlag. Immer wieder warf er den Fans Küsschen zu und bedankte sich bei "Würzburg, Schatzi". Während "Ich will Schnaps" sprang er von der Bühne in die Arme der Zuhörer und ließ sich auf Händen durch den Saal tragen.

    Keine großen Worte zwischen den Songs – dafür eine Prise Selbstironie

     "Wir sind sehr aufgeregt", hatte Wanda anfangs gesagt – kein Wunder, schließlich hatte die Tour in Würzburg gerade erst begonnen. Ansonsten redete er nicht viel während der zweistündigen Show. Pausen gab es kaum zwischen den Liedern. "Um wirklich sinnvolle Ansagen zu machen, müsste ich mehr saufen und kiffen", so Wanda selbstironisch – nicht ohne Grund steht die Band im Ruf, dem Exzess nicht abgeneigt zu sein. "Die Ansagen werden dann besser, die Musik wird aber scheiße." Offenbar hatte sich Wanda an diesem Abend zugunsten der Musik entschieden.

    Schneller und schrammeliger als in den Studioaufnahmen präsentierte die Band vieler ihrer Songs, ohne dass dabei die Melodien in den Hintergrund rückten. In diesen Momenten, wenn Marco Wanda unvermittelt ins Mikrofon schrie oder Gitarrist Manuel Poppe einen Song in krachige Dissonanzen münden ließ, erinnerte die Show ein bisschen an Konzerte von Nirvana. Sogar ein Lied wie "1,2,3,4", das im Original ein bisschen nach Schlager klingt, statteten Wanda live mit dem Charme einer erfrischenden Punknummer aus.

    Nicht nur Hymnen zum Mitgröhlen

    Doch Wanda zeigen auch, dass ihre Musik viele Facetten hat – dass sie mehr beherrschen als Hymnen zum Mitgröhlen in der Indiedisko. Einen Ausflug in die tanzbaren Gefilde des Funk wagte die Band mit "Nach Hause gehen". Leisere, melancholischere Töne schlugen sie mit dem Song "0043" an, den sie in Würzburg zum ersten Mal live spielten. Und auch die drei Streicher und der Saxophonist  halfen, den Sound abwechslungsreicher zu gestalten.

    Überraschend war, dass Wanda vergleichsweise wenige Songs von ihrem neuen Album "CIAO!" spielten. Doch wer wegen "Amore" gekommen war, hat auch reichlich "Amore" bekommen. Darum geht es bei Wanda schließlich immer.

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