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    Würzburg

    Schräg, komisch und verdreht: Märchen einmal anders

    Der kleine Theaterraum des Theater Ensemble am Würzburger Bürgerbräugelände ist mehr als gefüllt, sogar auf dem Boden sitzen noch Zuschauer. "Wir haben richtig lange geprobt", ruft eine der Schauspielerinnen, die bereits auf der Bühne stehen. Manchmal konnte sich das Team nicht einigen, wie das Stück weitergehen soll. "Deshalb fragen wir immer wieder die Zuschauer", erklärt Carolin Benker, die Regie bei dem Kinderstück "Dornwittchen - das total verdrehte Märchenspektakel" geführt hat. Und los geht's mit dem Märchen "Die drei kleinen Schweinchen".

    Wer gedacht hat, die Schauspieler spielen nun das bekannte Volksmärchen, der hat sich getäuscht. Es wird gerappt, getanzt und gesungen. Besonders die Oberrapperin (Theresa Schraufstetter) legt sich mächtig ins Zeug. Immer wieder ruft das Oberschweinchen (Brigitte Weber) die Zuschauer zum "Schweinebeat" auf. Sie sollen dann klatschen und stampfen was das Zeug hält. Zum Schluss wird der Wolf Vegetarier und die Schweine brauchen keine Angst mehr vor ihm zu haben.

    Rotkäppchen und Rolf oder Wolf

    Es folgt "Rotkäppchen" mit einer wunderbar komischen Lisa Piliute in der Hauptrolle. Die übrigen Schauspieler geben derweil den Wald, das Moos, die Schmetterlinge, die Vögel, indem sie bemalte Pappschilder mit Blättern oder Vögeln in die Höhe halten.  "Der Wald ist gar nichts für mich", jammert Rotkäppchen, erkennbar an ihrem roten Fahrradhelm. "Keine Straßenbahn, nur Insekten..." Zu blöd, dass sie zur Großmutter laufen muss. "Wie könnte ich das Rotkäppchen ablenken, um an ihren Korb zu kommen", fragt der böse Wolf oder Rolf (Andreas Protte) die Kinder. Schon schnellen die Finger in die Höhe: Mit einem Auto, einem Vogel oder einem Lutscher, schlagen die Kinder vor.  

    Das Stück ist ziemlich schräg, die Kostüme sind bunt und ein bisschen geschmacksfrei, es wird viel gesungen, gerne auch falsch, und noch mehr getanzt. Vor allem bei "Hänsel und Gretel" gibt es viele schräge Gesangseinlagen. Der jüngste Schauspieler des Ensembles, der sechsjährige Marian Hümmer Kozik, gibt den Hänsel, Nairika Solemani spielt die Gretel. Auch hier endet das Stück nach den Wünschen des Publikums, denn die Hexe möchte nicht in den Ofen geschoben werden.

    Legendär: der Tanz der Vergiftung

    Das letzte Märchen ist "Schneewittchen". Und weil Zwerge fehlen, dürfen Kinder aus dem Publikum mit auf die Bühne. Ruckzuck gibt es nicht nur sieben, sonder zwölf motivierte Zwerge. Sie laufen brav hinter dem Oberzwerg über die Bühne. Daniel Large spielt das Schneewittchen so lustig und sorgt vor allem mit seinem "Tanz der Vergiftung" für viele Lacher. "Keine Küsse, wenn ich nicht bei Bewusstsein bin", sagt er als Schneewittchen immer wieder. 

    Zu guter Letzt dürfen sich die Zuschauer eine Zugabe wünschen. Sie entscheiden sich für "Rumpelstilzchen". Nach einer Stunde ist die schräg-komische Reise durch die Welt der Märchen zu Ende. Es gibt viel Applaus für den Klamauk und glückliche Kindern, denen das Stück richtig Spaß gemacht hat.

    Dornwittchen
    "Dornwittchen, das total verdrehte Märchenspektakel" läuft bis Ende März, immer Sonntag um 15.30 Uhr im Theater Ensemble, im Bürgerbräugelände in Würzburg. Am 3. März gibt es keine Vorstellung. Karten gibt es unter www.theater-ensemble.net

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