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    Veitshöchheim

    The Temptations: Manche tanzten sich in Ekstase

    Auch nach 50 Jahren noch gut: The Temptations, hier bei ihrem Auftritt am Samstag in Veitshöchheim. Foto: Andreas Kneitz/webflasher

    Sie gehören zu den einflussreichsten Formationen der Musikgeschichte und haben sowohl Funk und Disco Groove als auch Soul maßgeblich geprägt: The Temptations sind echte Musiklegenden und waren in einer Review-Besetzung am Samstagabend in den Mainfrankensälen in Veitshöchheim (Lkr. Würzburg) zu Gast.

    Wer die Temptations heute sind

    Um den früheren Tenor der Temptations, Glenn Leonard (72), standen die R&B-Legenden GC Cameron (72) und der Bassist Joe Herndon (70) auf der Bühne. Sie wurden von Andre Jackson und Kareem Ali unterstützt.

    Als "Wiederauflage" der ursprünglichen Formation wollen sie den Soul-Spirit der Temptations von einst weitertragen und spielten einen großen Hit nach dem anderen. Das Publikum liebte es und tanzte bald durch den fast zweistündigen Nostalgie-Traum.

    Wie Choreographie und Sound waren

    Glenn Leonard war Teil der Temptations gewesen, als die Band in den späten 1970ern wieder zu ihrem ersten legendären Label "Motown" in Detroit zurückkehrte. Die Konzerttournee ist daher als "Motown Gold" benannt – als 50-jähriges Jubiläum der "Greatest Hits".

    In diesem Sinne ließen die Sänger in Veitshöchheim mit ihrer Band alte Zeiten auferstehen: Der einmalige Look, die (mittlerweile minimierte) Choreographie auf der Bühne und der unverwechselbare Sound waren genau die Mischung, die das Publikum am Samstag hören wollte. Nicht wenige Zuschauer verbrachten das gesamte Konzert ekstatisch tanzend neben den Stühlen, während sie sich zweifellos in ihre Jugend versetzt fühlten.

    Aber auch die Sänger vermochten größtenteils auf beeindruckende Art und Weise die Illusion zu erzeugen, sie seien seit den späten Siebzigern nicht mehr gealtert – der Spirit war authentisch, meistens auch die Energie.

    Was Lead-Sänger Glenn Leonard mit dem Publikum machte

    Hörte man genau hin, fiel aber durchaus auf, dass die ursprünglich so unverwechselbaren Satzgesänge besonders gegen Ende der Stücke fast bis zur Unhörbarkeit gekürzt waren und somit nicht mehr viel Quintett-Gesang übrig blieb. Lead-Sänger Glenn Leonard sorgte allerdings nicht nur für eine überzeugende Oberstimme, er sprühte auch geradezu vor Humor, wenn er mit dem Publikum kommunizierte.

    Sängerisch durchschlagend war der Tenor Andre Jackson, der als zweiter Lead die anspruchsvollen Stücke übernahm und Hits wie "Treat her like a lady" oder "I know I’m loosing you" auf den Punkt brachte.

    Je später der Abend, desto perfekter die Illusion: Während sich die Sänger mit "Friendship train" verabschiedeten, liefen sie händeschüttelnd durch das Publikum, "making friends". So kitschig das klingen mag – diese Botschaft, verbreitet von legendären Sängern zum Anfassen, war für das Publikum unschlagbar wertvoll.

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